Erstens kommt es anders ... | Fantasie-Reise

Erstens kommt es anders … – Kapitel 07

28. März 2019
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Kapitel 07

„Wow, das ist ja ein toller Schuppen“, entfuhr es Sandra, nachdem sie einmal quer durch das Quo Vadis gegangen waren.
„Wollen wir uns ein wenig ins Bistro setzen?“, fragte Tim die beiden.
Sandra nickte sofort, und meinte: „Natürlich, dann können wir ein bisschen quatschen. Komm Anna.“
Aber Anna schien sie gar nicht zu hören. „Ja ja“, sagte sie nur. „Setzt euch schon mal ins Bistro. Ich habe da hinten einen alten Bekannten gesehen. Der schuldet mir noch eine Revanche am Billardtisch.“ Schon war Anna weg, und Sandra war wieder einmal alleine mit ihrem Chef.
„Komm Sandra, Anna kommt dann einfach nach“, meinte Tim, und zog Sandra ins Bistro.
Sandra nickte, und sah Anna hinterher. Wie schaffte sie es nur immer, sich aus dem Staub zu machen? Langsam folgte sie Tim an einen Tisch.
„Was willst du denn trinken?“, wurde sie auch schon wieder gefragt.
„Eine Cola, bitte“, gab Sandra lächelnd zur Antwort.

Anna hatte sich erfolgreich am Billardtisch duelliert, und war wieder auf dem Rückweg zu Sandra und Tim. Sie sah sich im Bistro um, und konnte die beiden an einem Tisch sitzen sehen. Sie unterhielten sich blendend, und Sandra sah aus, als hätte sie schon wieder einen kleinen Schwips. Nein, die beiden verstanden sich auch ohne sie ganz gut. Da wollte sie wirklich nicht stören. Also ging sie zum Tanzen.

„Was? Und das hat Anna dem armen Türsteher erzählt, damit ihr wieder in die Disco hineinkönnt?“ Tim lachte herzhaft über die Geschichte, die Sandra gerade zum Besten gegeben hatte. „Ihr zwei hattet es ja faustdick hinter den Ohren.“
Sandra nickte. „Ja, wir haben schon ganz schön etwas erlebt. Bei uns war eigentlich immer etwas los.“
„Das kann ich mir rege vorstellen.“ Er lächelte Sandra an, die gerade ihr Glas geleert hatte. „Willst du noch etwas trinken? Vielleicht noch einen Malibu-Kirsch?“
Sandra dachte kurz nach. Vier Malibu-Kirsch hatte sie schon. Fünf waren das oberste Maß, mit dem sie noch normal und vernünftig reden, denken und handeln konnte. „Ach nein, vielleicht später noch. Aber jetzt brauche ich erst einmal etwas Erfrischendes. Vielleicht eine Cola, oder ein Wasser.“
Tim nickte, und winkte dem Kellner. „Bringen sie doch bitte noch zwei Colas.“
Der Kellner notierte sich die Bestellung, und hetzte an den nächsten Tisch, um auch dort eine Bestellung entgegen zu nehmen.

„Na, Anna scheint sich wohl an den Billardtischen festgespielt zu haben. Ich denke nicht, dass sie so schnell wiederkommt. Hast du Lust zu tanzen?“ Tim sah Sandra erwartungsvoll an.
„Klar“, stimmte die Gefragte zu, der langsam der Gesprächsstoff ausging.
Tim nahm Sandra bei der Hand, und führte sie auf die Tanzfläche. Dort trafen sie dann auch auf Anna, die sich besonders gut zu amüsieren schien.
„Hey Anna, ich dachte, du gesellst dich nach dem Billardspiel zu uns?“ Sandra sah ihre Freundin vorwurfsvoll an.
„Ach, mir war nach tanzen. Außerdem wollte ich euch nicht stören.“ Anna zwinkerte ihrer Freundin frech zu, und diese bestrafte sie gleich mit einem bösen Blick. Doch Anna ließ sich dadurch gar nicht beeindrucken. Sie tanze einfach zu einem gut aussehenden jungen Mann, und lächelte ihn an. Wieder einmal beneidete Sandra ihre Freundin, weil sie so ungezwungen war.
Sandra wandte sich wieder an Tim, der sie fragend ansah. Sandra zuckte nur mit den Schultern, und die beiden tanzten. Sandra und Tim sie befand sich noch nicht lange auf der Tanzfläche, da wurde ein langsames Lied angestimmt. Sandra sah verlegen zu den tanzenden Paaren um sich herum. Alle tanzten eng umschlungen.
Auch Tim schien verlegen zu sein. Sandra ging einen Schritt auf ihn zu, überlegte es sich dann aber doch anders. Das konnte sie nicht bringen.
„Ich habe Durst, kommst du mit?“ Tim sah sie kurz an, nickte aber dann zustimmend. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zurück zu ihrem Platz.
Sandra war immer noch peinlich berührt, und sah nicht mehr von ihrem Glas auf. An ihrem Tisch herrschte Schweigen. Auch Tim hatte ihr anscheinend im Moment nichts zu sagen. Aber das war auch gar nicht nötig, denn in diesem Augenblick kam Anna an den Tisch gestürmt.
„Hey ihr. Ich habe hinten bei den Billardtischen ein Shuffle-Board gesehen. Hat jemand Lust mit mir zu spielen?“ Anna sah erwartungsvoll von einem zum anderen.
Als Tim nichts sagte, stand Sandra entschlossen auf. „Ich komme mit. Kommst du auch Tim?“
Der Angesprochene sah von seinem Glas auf. Anscheinend hatte er gedacht, dass Sandra nicht mehr mit ihm sprechen würde, denn er sah richtig erleichtert aus. „Klar doch. Ich kann das sogar richtig gut. Wen von euch beiden darf ich denn als erste fertigmachen.“ Schon war sein spitzbübisches Lächeln wieder zurückgekehrt.
Anna lachte auf. „Das werden wir ja sehen. Ich glaube, dass du gegen uns ohnehin den Kürzeren ziehen wirst.“
„Mal sehen“, meinte Tim nur, und folgte den beiden.

„Gut Anna“, jubelte Sandra grinsend. „Jetzt steht es schon 4:1 für dich. Das holt Tim sowieso nicht auf.“
Anna nickte grinsend, aber dann hatte Tim auch schon ein Tor geschossen. „Ach Mist, jetzt habe ich nicht aufgepasst,“ meinte Anna nur, holte die Plastikscheibe aus ihrem Tor, und schoss sie auch schon wieder los. So leicht würde sie es Tim nicht mehr machen. Die beiden duellierten sich weiterhin. Oft schoss die weiße Plastikscheibe so schnell über das Spielfeld, dass man sie nicht einmal mehr sehen konnte. Aber obwohl Tim sich wirklich alle Mühe gab, konnte er gegen Anna nicht gewinnen. Am Ende stand es dann 9:6 für Anna, und Tim hatte das Nachsehen.
„Jetzt bist du dran“, sagte Anna, und machte für Sandra Platz.
Diese winkte sofort ab. „Ich kann das doch nicht so gut.“
Aber Anna ließ das nicht gelten, und auch Tim stimmte Anna zu.
„Ja, komm schon. Wenn du nicht so gut bist, dann habe ich zumindest eine klitzekleine Chance zu gewinnen.“
Jetzt musste Sandra lachen. Schnell stand sie auf, und stellte sich ans Shuffle-Board. „Okay, es kann losgehen.“
Sandra hielt sich ganz wacker. Tim lag zwar in Führung, aber sie lag nur einen Punkt hinter ihm.
„Jaaaa!“, jubelte Anna auch schon, als Sandra endlich den Ausgleich erzielte.
„Das ist die letzte Scheibe. Wer jetzt dieses Tor schießt, der hat gewonnen.“ Tim hielt die Plastikscheibe in die Luft, und warf sie auf das Shuffle-Board. Sandra parierte schnell, und schoss sie in seine Richtung. So duellierten sie sich weiter.
„Ja Sandra, gut gemacht“, unterstützte Anna ihre Freundin.
Sandra begann schon langsam zu schwitzen, weil das Spiel sich schon so lange zog, und es langsam anstrengend wurde. Aber aufgeben würde sie nie. Diese Blamage konnte sie sich nicht geben. Und so kämpfte die beiden weiter um das letzte Tor.
„Aaaaaah“, schrie Anna plötzlich laut auf, und Tim und Sandra zuckte erschrocken zusammen. In diesem Augenblick schoss die Plastikscheibe direkt in Tims Tor.
„Juhuuu! Sandra hat gewonnen!“, jubelte Anna auch schon los, dann gab sie Fersengeld. Schnell rannte sie aus dem Raum heraus, dicht gefolgt von Tim. Sandra sah den beiden lachend hinterher. Das war ja wieder einmal typisch Anna.
Langsam ging Sandra zurück an ihren Platz. Tim saß schon da, und schien auf sie gewartet zu haben.
„Hey du, du hast gewonnen. Jetzt muss ich dir wohl oder übel noch einen Drink spendieren.“
Sandra lächelte. „Ach was, Anna hat das Spiel sabotiert. Ich würde sagen, es ging unentschieden aus.“
Tim ließ das allerdings nicht gelten. „Ich bin selbst schuld, wenn ich mich ablenken lasse. Du hast gewonnen. Was willst du trinken?“
Sandra wollte nicht, dass er alles bezahlt, und so winkte sie ab. „Ach was. Du hast doch ohnehin schon den ganzen Abend die Drinks bezahlt.“
Aber Tim ließ auch das nicht gelten. „Ich bin ein guter Verlierer. Ich habe kein Problem damit, dir etwas auszugeben. Außerdem sind Spielschulden Ehrenschulden. Daran halte ich mich. Wie wäre es mit einem Malibu-Kirsch?“
Sandra wusste, dass sie nicht weiter widersprechen konnte, denn sonst würde Tim sie womöglich noch für eine Zicke halten. So nickte sie mit dem Kopf, und Tim bestellte für Sandra einen Malibu-Kirsch.

Anna kam müde an den Tisch von Tim und Sandra. Die Disco war schon fast leer. Der Türsteher streifte umher, und komplimentierte die letzten Gäste hinaus. „Hey Anna, ich muss euch jetzt leider langsam rausschmeißen. Die Kollegen wollen endlich Feierabend machen.“
Anna lächelte ihn an. „Ist doch klar. Wir trinken nur noch schnell aus, und sind dann quasi schon weg.“
Sandra leerte ihr Glas in einem Zug, und stand auf. „Okay, lasst uns gehen. Aber hier müssen wir unbedingt mal wieder hereinkommen. Hier ist es echt toll.“
Anna nickte zustimmend und gähnte dann herzhaft. „Oh Mann, bin ich K.O.“
Sandra lachte. „Das wundert mich nicht. Du hast die letzten drei Stunden die Tanzfläche nicht verlassen. Ich würde keinen Schritt mehr gehen können.“ Anna nickte müde. „Kann ich auch nicht. Trägst du mich?“
Sandra schüttelte lachend den Kopf. „Ich denke ja nicht im Traum daran. Wer die ganze Nacht tanzen kann, der kann auch die paar Meter zum Auto gehen.“
„Das dachte ich mir. Schöne Freundin bist du,“ antwortete Anna im Scherz, und schlurfte zum Ausgang.
Tim und Sandra folgten ihr lachend. „Das war ein wirklich schöner Abend“, meinte Tim, als die drei zum Auto gingen.
„Das hat richtig Spaß gemacht.“ Anna nickte sofort, und ließ sich dann ächzend und stöhnend auf die Rückbank des Cabrios fallen.
„Ja“, stimmte auch Sandra ihm zu. „Ich habe mich so richtig gut amüsiert. Aber jetzt freue ich mich auch auf mein Bett. Ich bin so froh, wenn ich aus diesen Schuhen heraus bin, und alle Viere von mir strecken kann.“
Tim fuhr los, und Sandra drehte sich zu Anna um. Aber diese schlief schon tief und fest auf der Rückbank.

Fortsetzung folgt …

… weiter geht es nächsten Donnerstag!

Alles Liebe
Deine Lisbeth
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