Erstens kommt es anders ... | Fantasie-Reise

Erstens kommt es anders … – Kapitel 08

4. April 2019
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Kapitel 8

„Oh, ich kann heute keinen Schritt laufen“, jammerte Anna, und sah Sandra kläglich an.
Auch Sandra rieb sich ihre schmerzenden Füße, und setzte sich im Bett auf. Anna hatte wieder bei ihr übernachtet, aber diesmal war sie nicht vor Sandra aufgestanden. So wie sie jammerte, würde sie wohl heute gar nicht mehr aufstehen.
„Heute stehe ich ganz bestimmt nicht auf“, kam es dann auch gleich von Anna, und Sandra musste grinsen.
„Ach was, lass uns doch ein wenig Inline-Skaten“, schlug Sandra frech vor, und schon kam ihr ein Kissen geflogen.
Lachend duckte Sandra sich, und meinte: „War doch nur ein Scherz. Ich bin ja auch froh, wenn ich mich heute nicht mehr bewegen muss. Vielleicht sollten wir uns einen richtig faulen Tag zu Hause machen. Wir schauen Videos bis wir keine Lust mehr haben, und lümmeln uns den ganzen lieben langen Tag auf dem Sofa herum.“
„Kannst du den Fernseher nicht ins Schlafzimmer bringen?“, fragte Anna müde, aber Sandra verneinte sofort.
„So ein Quatsch. Die paar Meter ins Wohnzimmer wirst ja wohl gerade noch schaffen.“
„Ich glaube nicht“, antwortete Anna nur, setzte sich dann aber immerhin auf. „Meine armen gemarterten Füße wollen heute nicht einen Meter weit gehen. Die sind in den Streik getreten.“
Sandra lachte wieder. „Jetzt stell dich nicht so an. Wenn du auf die Toilette musst, dann musst du auch aufstehen.“
Anna schüttelte sofort den Kopf. „Nee, das verkneife ich mir jetzt schon seit ein paar Stunden. Das geht schon noch eine Weile.“
Sandra grinste, und ohne Vorwarnung gab sie Anna einen Schubs, so dass diese aus dem Bett fiel.
Anna war so überrascht, dass sie nicht einmal mehr Zeit hatte, sich irgendwo fest zu halten. Da lag sie auch schon auf dem Boden.
„Aua, was ist denn mit dir los? Bist du verrückt geworden?“
Lachend tauchte Sandras Gesicht am Bettrand auf. „Nee, aber jetzt musst du aufstehen. Und wenn du es nur tust, um wieder zurück ins Bett zu kommen. Und dann kannst du genauso gut auch gleich ins Wohnzimmer gehen.“
„Ja ja, bla bla“, maulte Anna ihrer Freundin nach. Dann rappelte sie sich müde auf, und schlurfte ins Bad.

Kurze Zeit später saß Anna dann auf dem Sofa.
Sandra hatte noch ein paar Getränke und Knabberkram aus der Küche geholt, und schon konnte der DVD-Tag losgehen.
„Lass uns mit „Eine Hochzeit zum Verlieben“ anfangen. Den Film habe ich schon tausendmal gesehen. Der ist echt süß.“
Sandra nickte, und schob die DVD in den Player.

„Ach, war das romantisch“, schwärmte Sandra, und sah verklärt aus dem Fenster.“
Ja, aber so etwas gibt es doch im richtigen Leben gar nicht. Das kannst du echt vergessen. So liebenswerte Männer gibt es nur im Film.“
Sandra nickte gedankenverloren, und stand auf. „Willst du dir noch etwas ansehen?“
Anna dachte nach, und sah dann aus dem Fenster. „Weiß nicht. Das Wetter ist so schön draußen. Wenn mir die Füße nicht so weh täten, dann würde ich sagen, genießen wir die Sonne. Aber so.“
Sandra nickte zustimmend. „Also ich würde schon rausgehen. Aber wenn du hier bleiben möchtest ist das auch okay.“
Anna sah wieder nach draußen, und dann auf ihre Füße. „Ach was soll der Geiz. Komm lass uns ein wenig frische Luft schnappen. Wir können uns ja in ein Café setzen. Dann sind wir draußen an der frischen Luft, und können die Füße trotzdem schonen. Was hältst du davon?“
Sandra nickte sofort begeistert. „Klar doch. Gehen wir wieder zu Jimmy’s. Da ist bestimmt wieder was los.“
„Okay“, stimmte Anna zu, und die beiden zogen sich an.

Auf dem Weg durch den Park begann Anna allerdings schon wieder zu jammern. „Oh Mann, meine Füße bringen mich um. Lass uns ein bisschen schneller gehen. Ich bin froh, wenn ich wieder sitze. Hast du gesehen, was ich für Blasen an den Füßen habe? Die sind echt mörderisch.“
Sandra lachte ihre Freundin aus. „Wer die ganze Nacht tanzen kann, der muss auch mit den Konsequenzen rechnen. Also gib Ruhe du Jammerlappen.“
Anna sah ihre Freundin beleidigt an. „Immerhin habe ich getanzt, wozu eine Disco in der Regel auch da ist. Ich bin nicht den ganzen Abend am Tisch gesessen, und habe den Kerl neben mir angeschmachtet“, konterte Anna dann auch gleich.
Sandra sah sie sofort erschrocken an. „Das ist doch gar nicht wahr“, verteidigte sie sich. „Außerdem bin ich froh, dass ich gesessen bin. Jetzt muss ich zumindest nicht jammern.“
„Das ist auch wieder wahr. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich gesehen habe, wie du Tim ständig anschaust. Streite es jetzt bloß nicht ab.“
Aber Sandra dachte ja nicht im Traum daran ihrer Freundin zuzustimmen. „Was du dir immer einbildest. Du solltest mal sehen, dass du deine Phantasie ein bisschen im Zaum hältst.“
Anna grinste ihrer Freundin nur vielsagend an. „Ja ja, streite es nur ab. Ich weiß, was ich gesehen habe.“
Sandra sah ihre Freundin ein wenig giftig an. „Ach denk doch was du willst.“
„Tue ich auch“, konterte Anna, was Sandra umso mehr ärgerte.
Demonstrativ sah sie in eine andere Richtung, und würdigte Anna keinen Blickes mehr. Anna grinste weiter vor sich hin. Ihre Freundin würde ihr ohnehin nicht lange böse sein.
Sandra fragte sich währenddessen, warum sie sich so sehr darüber ärgerte, dass Anna das einfach so behauptete. Es konnte ihr doch egal sein, was Anna dachte.
„Was war das eigentlich für ein Typ, mit dem du gestern getanzt hast?“, fragte Sandra, um das Thema zu wechseln.
Anna war dann gerade noch taktvoll genug, einfach darauf einzugehen, und das Thema Tim vorerst ruhen zu lassen. „Er heißt Tom. War ganz nett, hat aber eine Freundin. Und als die mich total giftig angeschaut hat, habe ich mich schleunigst aus dem Staub gemacht. Kann ich aber verstehen. Hätte an ihrer Stelle nicht anders gehandelt. Sie hat ihm nämlich eine riesengroße Szene gemacht.“
„Ach du Schande. Wie schaffst du es immer wieder Unruhe zu stiften?“
Anna sah ihre Freundin unschuldig an. „Ich weiß gar nicht was du hast. Ich kann doch nichts dafür, dass der mich angebaggert hat. Ich wusste ja nicht, dass der eine Freundin hat. Sonst hätte ich doch nicht so dermaßen mit ihm geflirtet.“
Sandra sah ihre Freundin skeptisch an. „Als hätte dich das jemals vom Flirten abgehalten.“
Jetzt war es Anna, die ihre Freundin überrascht ansah. „Was soll das denn heißen?“, fragte sie spitz.
„Das soll nur heißen, dass du auch mit vergebenen Männern flirtest. Mehr nicht. Ich weiß, dass du nie im Leben etwas mit einem verheirateten Mann anfangen würdest, aber flirten …“
Anna zog eine Schnute. „Stimmt, ich hatte vergessen, dass kurzer Augenkontakt, und ein freundliches „Hallo“ für dich schon flirten heißt.“
Jetzt zog Sandra eine Schnute. „Ach lassen wir das. Was machen wir denn heute Abend?“
Anna dachte nach. „Keine Ahnung. Also großartig tanzen gehen oder so ist nicht drinnen. Aber irgendwo hineinsetzen und etwas trinken können wir schon. Vielleicht sollten wir endlich ins Kino gehen. Jetzt läuft doch „Destination Wedding“. Den wollte ich sehen. Der soll auch so schön romantisch sein.“ Sandra nickte. „Da können wir durchaus darüber reden.“

Endlich hatten sie Jimmy’s Eisdiele erreicht.
„Hallo Anna, hallo Sandra. Wie geht es euch beiden? Ist der Krach von gestern den schon wieder Geschichte?“
Sandra nickte. „Ja ist er. Bringst du uns einen Eiskaffee?“ Jimmy nickte, und die beiden machten es sich draußen gemütlich.
„Komisch, dass noch keiner von den anderen da ist. Wo treiben die sich denn heute herum?“ Anna sah sich suchend zwischen den Gästen um, konnte aber keinen ihrer Freunde entdecken.
Auch Sandra sah sich um. „Keine Ahnung. Die sind gestern alle noch ins Creep gegangen. Vielleicht ist es da ziemlich spät geworden.“
„Es ist doch schon Nachmittag. Die schlafen doch nicht so lange.“
Inzwischen hörte Sandra ihrer Freundin nicht mehr zu, denn sie hatte schon jemanden entdeckt.
„Haaallo Saaandraaa, hörst du mir überhaupt zu?“
Sandra zuckte zusammen, und sah Anna unschuldig an. „Äh, was?“
Anna sah ihre Freundin argwöhnisch an. „Was hast du denn gesehen?“
„Ach nichts“, gab Sandra scheinheilig zur Antwort, aber Anna sah sich schon um. Dann entdeckte sie ihn auch, Tim, und Sandra konnte nicht verhindern, dass Anna wieder aufsprang, und nach Tim rufen wollte. Zum Glück konnte Anna sich gerade noch einbremsen, als sie sah, dass er nicht alleine am Tisch saß. Schnell setzte sie sich wieder hin.
Sandra sah ihre Freundin verwundert an. „Was hat dich davon abgehalten nach ihm zu rufen und uns wieder einmal zu blamieren? Nicht, dass ich das nicht schon gewohnt wäre.“
„Er ist nicht alleine hier“, gab Anna Auskunft.
Sandra runzelte die Stirn. „Wer ist denn bei ihm?“, fragte Sandra unruhig, und wollte jetzt auch schauen.
„Oh,“ seufzte sie erleichtert, „das ist Johann Zeiler. Er ist einer unserer Mandanten. Ruf da bloß nicht hinüber. Der wäre mir jetzt gerade noch abgegangen. Ein richtig merkwürdiger Mensch. Aber wenn wir den Fall gewinnen, dann bringt uns das richtig viel Geld ein … aber der ist echt komisch. Er war zum Beispiel total erschüttert, weil Tim in seinem Alter noch nicht verheiratet ist, oder zumindest eine feste Lebenspartnerin hat. Also ein richtig merkwürdiger altmodischer Kauz. Naja, was soll es. Wenn wir hier sitzen bleiben, dann kann er mich nicht sehen. Also tue bitte nichts, was die beiden auf uns aufmerksam machen könnte.“
Anna schielte noch einmal hinüber, und schien zu überlegen, ob sie Sandra den Gefallen tun konnte. Sie entschied sich dann dafür, erst einmal die Klappe zu halten, und widmete sich ihrem Eiskaffee.

„Die beiden stehen auf“, sagte Anna, die immer wieder in die Richtung geschielt hatte. Sandra wurde sofort kleiner auf ihrem Stuhl, als sie sah, dass Tim und Herr Zeiler in ihre Richtung kamen.
Noch ehe Sandra es sich versehen konnte, hatte Johann Zeiler sie schon entdeckt. „Jetzt schau mal einer an“, sagte er auch schon ganz laut. „Schauen sie Tim, da sitzt doch ihre Verlobte.“
Sandra wechselte augenblicklich die Farbe. Was hatte der Kerl da gesagt? Sandra sah verwundert auf, und auch Anna sah ihre Freundin fragend an. Ihr Blick sprach Bände. Was hatte das zu bedeuten? Verschweigst du mir was? Sandra zuckte nur hilflos mit den Schultern, und Anna drehte sich um zu Tim. Der hatte einen knallroten Kopf, und sah verlegen zu Boden. Anna drehte sich wieder um zu Sandra.
Diese fand endlich ihre Sprache wieder. „Guten Tag Herr Zeiler. Wie geht es ihnen denn heute?“
„Oh, ausgezeichnet. Wir haben gerade über sie gesprochen Sandra.“
Wieder wurde sie blass. „Ach ja?“, war alles was sie sagen konnte.
„Ja, ich gebe heute Abend eine Party, und ich habe Tim gesagt, dass er natürlich auch eingeladen ist. Es ist mein sechzigster Geburtstag. Aber als ich ihn fragte, ob er sie mitbringen würde, da hatte er gesagt, dass sie heute Abend schon etwas Wichtiges vorhaben. Vielleicht sollte ich sie noch einmal ganz inbrünstig bitten mit ihrem Verlobten mitzukommen. Ich würde mich wirklich freuen. Vielleicht lässt sich ihr heutiges Vorhaben ja verschieben.“
Sandra sah Hilfesuchend zu Anna, die nur fragend zurückschaute. Jetzt sah Sandra zu Tim, der immer noch betroffen auf seine Schuhspitzen schaute. Doch als er merkte, dass er von Sandra angeschaut wurde, sah er endlich auf. In seinem Blick konnte Sandra eine Mischung aus Betroffenheit und „bitte hilf mir“ sehen. „Ach wissen sie Herr Zeiler. Das lässt sich natürlich verschieben. Ich würde sehr gerne zu ihrer Geburtstagsfeier kommen.“
Anna starrte Sandra mit offenem Mund an, und Tim tat es ihr gleich. „Das freut mich Sandra. Wir sehen uns dann heute Abend auf der Feier.“ Johann Zeiler verabschiedete sich, und ließ Tim bei den Frauen stehen.
Der wollte sich gleich aus der Affäre ziehen, und sich aus dem Staub machen.
Aber er hatte die Rechnung ohne Anna gemacht. „Halt, stehen bleiben Freundchen. Wo willst du denn so schnell hin?“ Anna hatte Tim gerade noch am Hosenbund erwischt. Schnell zerrte sie ihn zurück an ihren Tisch, und drückte ihn in den freien Stuhl.
Er hatte schon wieder einen feuerroten Kopf, und sah Sandra entschuldigend an.
„Was hat das alles zu bedeuten?“, fragte Anna dann, weil keiner der beiden den Mund aufmachte.
„Das ist eine blöde Geschichte“, wandte er sich entschuldigend zu Sandra. „Wahrscheinlich hätte ich dich schon eher informieren sollen. Du kennst doch Herr Zeilers Einstellung zu ledigen Männern in meinem Alter und in meinem Beruf. Da habe ich mir einfach eine Freundin erfunden. Als Johann Zeiler dann einmal ein Foto von ihr sehen wollte, weil er meine Verlobte ja nie zu Gesicht bekommen hatte, da habe ich das Foto von der letzten Feier bei Collin Beck genommen. Da haben wir uns doch zufällig getroffen, und es wurde ein Foto von uns gemacht. Aber jedes Mal, wenn er sich mit uns beiden treffen wollte, da habe ich irgendeine Ausrede erfunden. Der Fall ist fast durch, und danach hätte ich nichts mehr mit ihm zu tun gehabt. Das war jetzt einfach Pech, dass ihr heute aufeinandergetroffen seid. Es tut mir schrecklich leid Sandra. Du musst natürlich nicht mitkommen, wenn du nicht willst. Mir fällt schon etwas ein, was ich ihm erzählen kann. Migräne oder so.“
Sandra sah ihn eine Weile nachdenklich an, während Anna ihrem Ärger Luft machte. „Also, du hättest Sandra zumindest Bescheid sagen können, damit sie in so einer Situation nicht der Schlag trifft. Was hast du dir nur dabei gedacht Tim? Was hättest du denn getan, wenn Sandra nicht geistesgegenwärtig mitgespielt hätte. Das hätte ganz schön ins Auge gehen können.“
Tim nickte, und sah wieder betroffen zu Boden. „Das hätte eigentlich gar nicht passieren dürfen. Ich habe mich mit Herr Zeiler nicht mehr in der Kanzlei getroffen, weil der ja sowieso nur an den Wochenenden Zeit hat. Sandra hätte eigentlich gar nicht auf ihn treffen dürfen. Dann wäre sie Sache ohne großes Tamtam über die Bühne gegangen. Das war jetzt wirklich nur Pech.“
Anna sah ihn wieder strafend an, aber Sandra musste plötzlich lachen. „Oh Mann, ich hätte gerne mein Gesicht gesehen, als Herr Zeiler mir etwas von einer Verlobten erzählt hat. Ich muss ja so dermaßen dämlich aus der Wäsche geschaut haben.“ Sandra lachte sich fast scheckig, und Anna sah sie verwundert an. Auch Tim schien erleichtert zu sein, dass Sandra nicht schimpfte.
Anna ergriff sofort wieder das Wort. „Soll das vielleicht heißen, dass du dieses Theater mitmachst? Gehst du auf die Geburtstagsfeier?“
Sandra lachte immer noch, und dachte nach. „Warum nicht. Man muss doch den Schein wahren. Nun hat Tim ihm diese Story aufgetischt, jetzt müssen wir da durch.“
Tim sah sehr erleichtert aus der Wäsche. „Danke Sandra. Du hast wirklich was gut bei mir.“
Sandra nickte. „Um es mit Annas Worten zu sagen: Ich habe so etwas von … was gut bei dir.“
Anna prustete los, und auch Tim lachte jetzt. „Nochmal danke Sandra. Ich hole dich dann so gegen halb sieben ab. Ist das in Ordnung?“
Sandra nickte, und fragte: „Was soll ich denn anziehen? Normal chic, oder ganz besonders chic?“
„Ganz besonders chic. Wenn du dafür noch einkaufen gehen musst, dann zahle ich dir das natürlich.“
Sandra dachte kurz nach. „Ich glaube nicht, dass das nötig ist. Wir sehen uns dann heute Abend. Bis dann.“
Während Tim sich verabschiedete und ging, stieß Anna ihre Freundin unter dem Tisch mit dem Fuß an.
„Autsch, was ist denn?“, fragte Sandra zischend, als Tim schon außer Hörweite war.
„Wieso hast du denn abgelehnt. Wenn er dich schon in so einen Quatsch hineinreitet, kann er dir auch ein neues Kleid bezahlen. Hast du überhaupt einen Fummel, den du zu so einem Anlass anziehen kannst? Da kannst du nämlich nicht mit so einem Null-acht-fünfzehn-Kleid aufkreuzen. Du würdest ja deinen Verlobten blamieren.“
Für diese Bemerkung bekam Anna einmal wieder einen Stoß mit dem Ellenbogen versetzt. „Aua, was hast du denn? Es ist doch so.“
„Ich nutze das doch nicht aus, nur damit ich ein neues Kleid bekomme. Ich habe genug wirklich schöne und elegante Kleider, die ich für diesen Anlass anziehen kann. Ich muss mich ja nicht aufbrezeln wie eine Königin. Da findet sich schon was.“
Anna sah ihre Freundin kopfschüttelnd an. „Du bist schon ein Unikat. Außerdem frage ich mich, wie Tim nur auf die Idee kommen konnte, einfach zu behaupten, du wärst seine Verlobte. Der spinnt doch.“
Sandra musste wieder lachen. „Er hat wahrscheinlich gedacht, dass das nicht herauskommt.“
Jetzt musste auch Anna lachen. „Dann hätte er aber nicht ausgerechnet hierher kommen dürfen. Wir haben uns doch erst gestern hier getroffen. Er musste ja damit rechnen, dass wir wieder da sind.“
Sandra kicherte. „Tja, das ist das typisch logische Denkvermögen, das den Männern gänzlich fehlt.“
Anna stimmte in ihr Lachen ein, dann meinte sie ernst: „Komm schon, trink aus. Es ist ja schon fast fünf Uhr. Wir müssen dich ja noch herrichten und aufbrezeln. In Jeans kannst du ja schlecht gehen. Und ich weiß doch, wie viel Zeit du immer brauchst. Dem sollen die Augen aus dem Kopf fallen.“
Sandra nickte, und die beiden tranken schnell ihren Eiskaffee aus. Anna rief Jimmy zum Bezahlen. Dann machten sich die Mädchen auf den Weg zu Sandra nach Hause. Sie gingen wieder durch den Park, und schwatzten miteinander.
„Ich denke, ich ziehe das enge, lange, dunkelblaue Samt-Kleid an. Du weißt schon, das mit Carmen-Ausschnitt. Das ist wirklich elegant.“
Anna überlegte kurz, und nickte dann sofort. „Genau, das ist wirklich perfekt. Es ist nicht nur total chic, sondern auch noch richtig sexy.“

Fortsetzung folgt …

… weiter geht es nächsten Donnerstag!

Alles Liebe
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© 2019 – Lisbeth A. Kießling – www.lieblingsleseecke.com

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