Print Friendly, PDF & Email

Kapitel 9

„Schnell Anna, wir haben nicht mehr viel Zeit. Du musst mir noch die Haare hochstecken. Es muss aber richtig edel ausschauen. Also bitte nicht wieder so eine Sturm-und-Drang-Frisur.“
Anna machte sich lachend ans Werk. „Klar doch. Wie gesagt, die anderen werden aus den Latschen kippen, wenn sie dich sehen. Besonders Tim. Du wirst mit der High Society verschmelzen.“
„Hoffen wir es“, murmelte Sandra, die jetzt schon ein wenig aufgeregt war. Johann Zeiler war stinkreich. Es versprach, ein riesengroßes Fest zu werden, und es kämen bestimmt Leute mit Rang und Namen. Das würde sicherlich ein Erlebnis werden. Dies war der Hauptgrund, warum sie zugesagt hatte. So etwas hatte sie noch nie erlebt. Sie würde sich bestimmt köstlich amüsieren, denn so eine Gelegenheit würde sie vermutlich nie wieder bekommen.
„Es hat an der Tür geklingelt. Ich mach schnell auf. Beweg dich jetzt bloß nicht, weil ich die Haare noch feststecken muss.“
Sandra nickte fast unmerklich, und Anna rannte schnell durch den Flur.
„Hallo Tim! Sandra ist fast fertig. Setz dich doch noch kurz ins Wohnzimmer. Willst du etwas trinken?“
Tim schüttelte den Kopf. „Nein danke. Ich hoffe Sandra ist sich bewusst, worauf sie sich da einlässt,“ murmelte Tim noch, während Anna schon wieder Richtung Schlafzimmer hetzte.
Schnell steckte sie ihrer Freundin noch die restlichen Haare nach oben, und befestigte die Frisur mit mindestens tausend Klammern. Ihr Kunstwerk krönte sie noch mit tonnenweise Haarspray. Schließlich wollte sie nicht riskieren, dass sich die Frisur im Laufe des Abends verselbstständigte.
Zufrieden stellte Anna die Spraydose auf den Waschbeckenrand. „Okay, jetzt schau dich im Spiegel an. Du siehst wirklich zauberhaft aus. Ich will jetzt schon wetten, dass du die Schönste auf dieser Party sein wirst.“ Annas Augen leuchteten. während sie Sandra betrachtete.
Sandra begutachtete sich zufrieden im Spiegel. „Oh danke Anna, du bist wirklich ein Schatz. Und du bist sicher nicht böse, weil wir doch heute Abend eigentlich ins Kino gehen wollten?“
Anna schüttelte mütterlich den Kopf. „Aber nicht doch. Diese Gelegenheit darfst du dir nicht entgehen lassen. Amüsiere dich einfach gut, dann hat sich das alles hier zumindest gelohnt. Ich kann auch alleine ins Kino gehen. Du weißt doch, dass ich keine Probleme damit habe jemanden kennen zu lernen. Und jetzt mach, dass du loskommst, denn schließlich wirst du schon sehnlichst erwartet.“
Sandra lächelte Anna dankbar an, und lief leichtfüßig ins Wohnzimmer.
Tim war gerade damit beschäftigt sich die Fotos an den Wänden und in den Regalen anzuschauen.
„Hallo Tim“, hauchte Sandra leise, und er wand sich ihr zu. Sein Unterkiefer klappte herunter.
Endlich fand Tim seine Stimme wieder. „Wow, Sandra du siehst umwerfend aus, so bezaubernd.“
Der jungen Frau schoss eine sanfte Röte ins Gesicht, und ihr Lächeln wurde noch breiter. „Danke, du siehst auch gut aus.“ Sandra errötete noch ein wenig mehr, senkte den Blick und murmelte ablenkend: „Können wir dann los? Wir wollen doch nicht zu spät kommen.“
Tim nickte, bot Sandra seinen Arm, und die beiden verließen die Wohnung.
Anna folgte ihnen zufrieden lächelnd, weil sie Heim fahren wollte. „Amüsiert euch gut“, rief sie den beiden noch hinterher.
„Danke, du auch“, antwortete Sandra und winkte ihrer Freundin zum Abschied.

Tim öffnete für Sandra die Autotür, und half der jungen Frau galant beim Einsteigen. Dann eilte er um das Auto herum, und sprang hinters Steuer. Sofort, und viel zu schnell fuhr er los. Er schien ein wenig nervös zu sein, denn seine Finger tippelten nervös auf dem Lenkrad herum, während er sich durch den Stadtverkehr zwängte.
„Was ist denn los Tim?“, fragte Sandra, der seine Nervosität nicht verborgen blieb.
„Ach nichts“, meinte dieser nur, während er drei Anläufe brauchte, um den richtigen Gang einzulegen. An der nächsten Ampel würgte er sogar den Motor ab. Fluchend drehte er den Zündschlüssel herum, das Auto sprang an, und Tim würgte den Motor sofort wieder ab. Dieses Spielchen wiederholte sich noch einmal, bis es endlich weiterging.
Sandra schüttelte nachdenklich den Kopf, und betrachtete ihn von der Seite. Seine Lippen waren zu einem dünnen Strich zusammengekniffen.
„Ach komm schon, irgendetwas nervt oder bedrückt dich doch.“
Als Tim nicht antwortete und weiter durch die Windschutzscheibe in die Nacht starrte, dachte Sandra angestrengt nach, wie sie seine Laune etwas bessern könnte. Ihr war klar, dass er ihr gegenüber ein furchtbar schlechtes Gewissen haben musste. Plötzlich grinste sie schelmisch, pikste Tim sacht mit dem Zeigefinger in den Arm und neckte ihn: „Ach komm schon Schatzilein, deiner Verlobten kannst du doch alles sagen. Oder hast du ein schreckliches Geheimnis das ich nicht wissen darf?“ Theatralisch griff Sandra sich mit der einen Hand ans Herz, und fächelte sich mit der anderen Luft zu. Sie grinste Tim schelmisch an, und nun musste auch er herzlich lachen. Sandra merkte, wie der Druck von ihm abfiel, weil er tief durchatmete.
„Ich habe so ein unglaublich schlechtes Gewissen. Ich habe dich da hineingezogen, und noch nicht einmal vorher gefragt. Die Situation in die ich dich gebracht habe, ist mehr als unangemessen. Ich hätte das nicht machen dürfen.“
Sandra winkte großzügig ab und schmunzelte verständnisvoll. „Ist doch nicht so schlimm. Außerdem ist es jetzt sowieso schon zu spät. Du hast es ihm erzählt, ich habe mitgespielt, jetzt müssen wir da durch. Ich meine, als zukünftiges Ehepaar sollten wir doch mit dieser Krise fertig werden, sonst können wir das gleich vergessen“, feixte Sandra, und Tim prustete lauthals los.
Der Anwalt entspannte sich sichtlich. „Es wird bestimmt ein schöner Abend“, erwiderte er zuversichtlich, und fuhr ruhig und gelassen weiter.
Sandra nickte zustimmend, und lächelte zufrieden vor sich hin, während sie schweigend weiterfuhren.

Nach einer zweistündigen Fahrt, die Tim und Sandra durch eine wunderschöne und abgelegene Landschaft führte, bog Tim endlich in eine Einfahrt, die Sandra erst gar nicht bemerkt hatte. Die Zeilers schienen ziemlich abgelegen zu wohnen.
„Wir sind da“, bemerkte Tim überflüssigerweise, und er schien wieder ein wenig nervös zu werden.
Sandra nickte stumm, und bewunderte die riesengroße Villa im viktorianischen Stil. Das hatte sie nicht erwartet. Johann Zeiler war immerhin der größten Bauunternehmer in der Gegend, und Sandra hatte wohl eher einen supermodernen und protzigen Betonklotz erwartet. Stattdessen blickte sie nun auf ein wunderschönes Bauwerk, in Altrosa und Weiß gehalten, mit Türmchen, Erker und Bogenfenster, wohin sie blickte.
Während Sandra noch die wunderschön geschnitzten weißen Balkone bestaunte, stieg Tim aus, eilte um das Auto herum, und öffnete Sandras Autotür.
„Darf ich dir heraushelfen?“ Tim streckte ihr freundlich seine Hand entgegen. Sandra riss sich widerwillig von dem außergewöhnlichen Anblick los, den das Bauwerk bot, und ergriff Tims Hand. In einer eleganten Bewegung schwang Sandra sich aus dem Auto. Lächelnd hakte sie sich bei Tim unter, der ihr wieder sein Arm anbot, und sie gingen auf das strahlend hell erleuchtete Anwesen der Zeilers zu.
Die Haustür stand offen und führte in ein weitläufiges Foyer in hellen und einladenden Farben. Fröhliche Musik empfing die neuen Gäste. Auch Johann Zeiler hielt sich hier mit seiner strahlend lächelnden Frau auf. Die beiden unterhielten sich gerade mit anderen Gästen, entschuldigten sich aber, als sie Tim und Sandra eintreten sahen.
„Entschuldigt uns bitte, es sind gerade wieder Gäste gekommen. Fühlt euch wohl und habt viel Spaß.“ Johann und seine Frau traten vergnügt auf die beiden Neuankömmlinge zu. „Schön, dass ihr da seid“, wand Johann sich an Tim und Sandra, und gab beiden die Hand. Dann drehte er sich zu seiner Frau, zog sie liebevoll an sich und erklärte: „Schatz, ich will dir meinen Anwalt Tim Beckmann und seine reizende Verlobte Sandra Berger vorstellen“, er machte eine kurze Pause, „und das hier ist meine bezaubernde Frau Betty.“
Bettys Augen leuchteten auf und sie lächelte Tim und Sandra an. „Wie schön, dass sie sich Zeit nehmen konnten, zu unserer kleinen Festlichkeit zu kommen. Ich freue mich ja so sehr, sie beide kennenzulernen. Johann hat mir so viel Gutes über sie berichtet Tim. Und Sandra, von ihnen schwärmt er so sehr …“, Betty gluckste hinter vorgehaltener Hand. „Wenn ich meinen Johann nicht so gut kennen würde, dann wäre ich vermutlich ein wenig eifersüchtig.“ Betty grinste, während Johann sie in die Arme zog, und der Schalk glänzte in ihren blauen Augen.
Sandra war peinlich berührt, überwand sich aber schnell. Sie fühlte sich sofort wohl in Bettys und Johanns Gegenwart.
„Sie haben ein so zauberhaftes Haus. Ich bin ganz verliebt in diese hübschen Bogenfenster und die atemberaubenden Türme und Erker.“
Betty betrachtete Sandra freudestrahlend und ihre Wangen röteten sich. „Oh, vielen Dank Sandra. Mir ging es so wie ihnen, als ich dieses Haus zum ersten Mal sah. Ich habe mich sofort verliebt.“ Betty sah sich mit liebevollem Blick um, schenkte Sandra dann aber sofort wieder ihre Aufmerksamkeit. „Und bitte nennen sie mich Betty. Das gilt auch für sie Tim.“ Die freundliche Hausherrin zwinkerte Tim spitzbübisch zu und Tim nickte lachend.
„Wir werden uns jetzt ein bisschen unter das Volk mischen. Wir sehen uns bestimmt noch.“ Tim nahm Sandras Hand, und nickte den Gastgebern lächelnd zu.
Betty und Johann hoben kurz die Hand, während Tim Sandra hinter sich herzog.
Sandra schnappte gerade noch auf, wie Betty zu Johann sagte: „Sie sind ja so ein liebes Paar? Die beiden passen wirklich gut zusammen.“
„Ja Betty, da hast du Recht meine Liebe.“

Sandra ließ sich von Tim, durch die Menschenmenge, zum Büffet leiten. Er reichte ihr ein Glas Wein und prostete ihr grinsend zu.
Sandra erhob ihr Glas auch. „Na siehst du, das hat doch ganz gut geklappt“, meinte sie, und lächelte Tim aufmunternd an.
„Ja, sieht so aus, als wären wir ein glaubwürdiges Paar.“ Tim lachte auf. „Übrigens, sollte dich jemand fragen, wir sind jetzt schon seit einem Jahr ein Paar, und wollen im nächsten Jahr heiraten. Kennen gelernt haben wir uns in der Arbeit. Für den Rest wird uns schon etwas einfallen. Ach ja, du wohnst seit einem halben Jahr bei mir.“ Tim versteckte sich hinter seinem Glas und setzte einen spitzbübischen Unschuldsblick auf.
Sandra sah ihn mit einer hochgezogenen Augenbraue an, dann prustete sie los. „Oh, ich bin umgezogen? Dann muss ich wohl am Montag gleich einmal aufs Meldeamt. Wie lautet meine neue Adresse gleich nochmal?“
Während Sandra noch vor sich hin feixte, verschluckte Tim sich an seinem Wein und keuchte auf, dann lachte er laut los. Die anderen Gäste drehten sich schon zu ihnen um.
Tim stellte schnell sein Weinglas an einen der Stehtische in seiner Reichweite, bevor er noch Rotweinflecken produzieren konnte.
„Willst du tanzen?“, fragte er dann ganz unverhofft, und Sandra nickte überschwänglich, immer noch lachend.
Sie genoss den Abend sichtlich, und war total gelöst und entspannt.

Während des Tanzens unterhielten Sandra und Tim sich blendend. Sie scherzten und lachten während Tim Sandra drehte, bis ihr schwindelig wurde. Kichernd eilten die beiden ans Büffet zurück, um sich ein wenig zu stärken. Die Auswahl war riesig und außergewöhnlich. Nachdem Tim und Sandra sich entschieden hatte, setzten sie sich an einen Tisch. Eifrige Kellner brachten Weingläser und sorgten dafür, dass niemand durstig bleiben musste.
Während Tim, scheinbar sehr hungrig, mampfte wie ein Scheunendrescher, sah Sandra sich in dem imposanten Raum um, in dem viele Menschen aßen, tanzten und sich unterhielten. Hier war es wunderschön und hell. Große Lüster hingen an der Decke und die Prismen darunter warfen das Licht auf überwältigende Art und Weise in den Raum. An zwei Wänden reihten sich große gläserne Flügeltüren, die in einen parkähnlichen Garten führten. Alles war wie im Märchen.
„Dürfen wir uns setzen?“
Sandra schrak sichtlich zusammen. Sie war so vertieft gewesen in den wundervollen Anblick den das Haus bot, dass sie gar nicht bemerkt hatte, dass Betty und Johann an den Tisch getreten waren.
„Aber natürlich,“ gab Tim zur Antwort.

Die Vier genossen miteinander das köstliche Essen, und sie unterhielten sich danach noch eine Weile über belanglose Dinge. Dabei warf Betty ihrem Mann immer wieder verliebte Blicke zu. Sandra fiel das auf, und sie fand das natürlich total romantisch.
Deswegen konnte sie sich auch nicht verkneifen zu fragen: „Sie sehen sich immer noch so verliebt an. Darf ich fragen, wie lange sie schon verheiratet sind?“
Betty lachte auf. „Aber natürlich dürfen sie fragen Liebes. Johann und ich sind nächsten Monat genau vierzig Jahre verheiratet.“ Sanft und mit liebevollem Blick strich sie über ihren Ehering, dann nahm sie zärtlich die Hand ihres Mannes und drückte sie. „Und wir lieben uns immer noch wie am ersten Tag.“
Sandra warf Tim einen kurzen Blick zu. Er sah genau in diesem Moment auch zu ihr, und schnappte sich ihre Hand. „Wir sind jetzt seit einem Jahr zusammen, und natürlich noch sehr verliebt ineinander. Ich kann nur hoffen, dass wir uns in vierzig Jahren auch noch so lieben.“ Tim drückte Sandras Hand.
Betty lächelte die beiden wissend an. Sicher hatte sie bei Tims Worten an die Zeit zurückgedacht, als sie und Johann noch so frisch verliebt waren.
Plötzlich lauschte Betty auf. „Hör mal Johann, sie spielen unser Lied.“ Sie sah Sandra und Tim herausfordernd an. „Das ist ein so schönes Lied. Kommen sie Tim, fordern sie ihre Verlobte zum Tanzen auf.“ Betty nickte schelmisch und war auch schon mit ihrem Mann verschwunden.
Tim sah Sandra jetzt verlegen an. „Willst du noch ein bisschen tanzen?“
Sandra nickte, und die beiden standen auf. Tim führte sie zum Tanzbereich, und zog sie dicht an sich. Eng umschlungen wiegten sie sich zu „Baby, I love you“ von den Ronettes.
Am Ende des Liedes bemerkte Sandra, dass Johann und Betty neben ihnen tanzten. Die beiden küssten sich gerade verstohlen und Sandra sah verlegen weg. Dabei streifte ihr Blick den von Tim. Auch er hatte gerade zu ihren Gastgebern geschaut, und wusste weder was er sagen, noch was er tun sollte.
Betty nahm ihm die Überlegung ab. „Jetzt zieren sie sich doch nicht so Tim. Küssen sie ihre Braut. Sie brauchen sich nicht schämen, wir tun es auch nicht.“
Tim sah erschrocken zu Betty, und sie sah die beiden an, als würde sie erst gehen, wenn sie gesehen hatte, was sie sehen wollte. Sandra seufzte, denn ihr blieb auch nichts erspart. Tim sah sie jetzt so hilflos an, so unsicher hatte Sandra ihn noch nie erlebt. Sein Blick war fragend. Er würde sie bestimmt nie einfach so, ohne ihrem Einverständnis, küssen.
Sandra nickte ihm kaum erkennbar zu, und Tim zog sie sanft in seine Arme. Noch einmal sah er ihr tief in die Augen. Sein Blick bat sie inbrünstig um Verzeihung, dann näherten sich seine Lippen den ihren. Sandras Herz klopfte wie verrückt. Tief atmete sie ein und schloss die Augen. Als Tims Lippen ihren Mund sanft berührten, zuckte sie zusammen, als hätte sie einen leichten Stromschlag bekommen. Ihr ganzer Körper kribbelte, und spontan schlang sie ihre Arme um seinen Nacken. Tim zog sie ganz dicht an sich, und sein Kuss wurde intensiver.
Es dauerte eine Weile, bis die beiden sich voneinander trennten. Sandra sah ihn benommen an, und Tim sah verlegen an ihr vorbei. Als sie sich nach Betty und Johann umsahen, mussten sie feststellen, dass die beiden gar nicht mehr neben ihnen standen. Aber Sandra entdeckte Betty ein paar Meter weiter am Büffet. Sie lächelte Sandra an.
Der restliche Abend verlief fröhlich aber zurückhaltend.

„Hat dir der Abend gefallen?“, fragte Tim auf dem Heimweg.
Sandra, die ganz in Gedanken war, zuckte zusammen. „Bitte, was hast du gesagt?“
„Ich habe dich gefragt, ob dir der Abend gefallen hat.“
Sandra nickte eilig. „Ja, der Abend war sehr schön. Johann und Betty Zeiler sind sehr reizend.“
Tim nickte zufrieden. „Ja, ich habe diesen Abend sehr genossen. Ich bin mir sicher, dass er nicht annähernd so schön gewesen wäre, wenn du nicht mitgekommen wärst. Danke, du hast mich da aus einer sehr prekären Lage gerettet.“
Sandra, die sich eben noch gefreut hatte, dass ihm der Abend mit ihr so gut gefallen hatte, verlor schon wieder etwas von ihrer guten Stimmung. Erst jetzt wurde ihr wieder bewusst, dass sie nur auf dieser Feier war, um Tim aus diesem Dilemma zu helfen. Es war alles nur Show.

Den restlichen Weg schwieg Sandra beharrlich, und sah aus dem Fenster. Die Umgebung rauschte an ihr vorbei, ohne dass sie diese bewusst wahrnahm. Nach der zweistündigen Heimfahrt konnte Sandra es gar nicht erwarten, aus dem Auto zu kommen. Sie bedankte sich artig bei Tim. „Danke, dass du mich mitgenommen hast. Es war wirklich ein sehr schöner Abend. Gute Nacht.“
Tim nickte. „Ja, das war er wirklich. Ich wünsche dir auch eine gute Nacht und süße Träume.“ Tim sah Sandra noch hinterher, als sie zur Haustür ging.
Sandra musste sich zusammenreißen, damit sie sich nicht mehr umdrehte. Schnell verschwand sie drinnen, und knallte die Tür laut hinter sich zu. Ebenso schnell kickte sie die Schuhe von den Füßen, und eilte in ihr Schlafzimmer. Sie machte sich noch die Mühe aus ihrem Kleid zu schlüpfen, ein Nachthemd anzuziehen, und sich zu waschen. Dann ließ sie sich müde, und auch ein bisschen deprimiert ins Bett fallen. Sie starrte auf das Handy auf ihrem Nachttisch. Entschlossen griff sie danach, legte es aber wieder weg.
Kurze Zeit später griff sie wieder danach, und begann zu wählen. Da fiel ihr Blick auf den Wecker auf dem Nachttisch. Es war bereits nach drei Uhr morgens. Noch bevor es anklingelte legte sie wieder auf. Sie würde Anna erst so gegen Mittag anrufen. Dass es schon so spät war, hatte sie gar nicht bemerkt. Die Zeit war wie im Flug vergangen, weil sie sich so gut amüsiert hatte.
Es blieb ihr nichts Anderes übrig, als jetzt schlafen zu gehen, und später mit Anna darüber zu sprechen, was geschehen war.

Fortsetzung folgt …

… weiter geht es nächsten Donnerstag!

Alles Liebe
Deine Lisbeth
aus Deiner Lieblings-Lese-Ecke

www.lieblingsleseecke.com
Facebook: Lieblings-Lese-Ecke
Instagram: lieblings_lese_ecke
Pinterest: lieblings_lese_ecke

#lieblingsleseecke #phantasiereise #erwachsenenphantasiereise #erstanskommtesanders #roman #romantikkomödie #geschichte #serie #kapitelfürkapitel #lesen #buch #bücher #lesespaß #hobbylesen #freizeit #schreiben #schriftstellerin #autorin #lisbethakießling #lisbethkießling #elisabethkießling #wohlfühlmensch #tbt #throwbackthursday #jungunddumm #jugendsünden

© 2019 – Lisbeth A. Kießling – www.lieblingsleseecke.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.