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Kapitel 16

„Wir sind da“, murmelte Tim, und stoppte den Wagen.
Sandra war ein wenig mulmig zu Mute. Aber aufgeregt war sie auch. Schnell stieg sie aus dem Wagen aus, noch bevor Tim ihr die Tür öffnen konnte.
Er sah sie gleich schmollend an. „Mann, die Frauen heute zu Tage machen es einem Mann wirklich schwer, den Gentleman zu spielen.“
Sandra musste lachen. „Ach was. Du wirst schon noch die Gelegenheit haben, den Gentleman heraushängen zu lassen. Spätestens, wenn ich die ganze Nacht durchgetanzt habe, und ich jemanden brauche, der mich in mein Zimmer trägt.“
Tim lachte auch, und kam zu ihr. „Ich nehme dich beim Wort.“ Dann bot er ihr seinen Arm, und die beiden gingen auf das Haus von Johann und Betty zu. Sie waren etwas zu früh da, deswegen konnten sie noch keine anderen Gäste sehen.
Dafür kam ihnen Betty gleich entgegen. „Hallo ihr zwei. Ist das schön euch zu sehen.“ Sofort umarmte Betty die beiden, und führte sie ins Haus. „Ich zeige euch gleich euer Zimmer. Wenn ihr wollt, dann könnt ihr euch noch frisch machen. Die anderen Gäste sind noch nicht da. Johann ist auch noch nicht fertig. Er braucht im Bad immer länger als ich. Da sollen die Männer sich noch einmal über uns Frauen beschweren.“ Betty lachte, und führte die zwei in den ersten Stock.
Ganz hinten auf der rechten Seite öffnete sie eine Tür. Sandra fielen fast die Augen aus dem Kopf. „Wow, das ist aber ein schönes Zimmer“, entfuhr es ihr, und sie sah Tim verwundert an.
Betty nickte sofort. „Das ist unser schönstes Gästezimmer. Das ist immer für ganz besondere Gäste reserviert.“
Sandra wurde rot, und senkte verlegen den Kopf. Wieder musste sie daran denken, dass sie Betty anlog, und Betty sah inzwischen eine besondere Freundschaft zwischen ihnen.
„Ein sehr schönes Zimmer“, ließ sich nun auch Tim vernehmen. Seine Stimme klang ein wenig brüchig. Man konnte ihm das schlechte Gewissen regelrecht ansehen.
Aber Betty schien das alles gar nicht zu bemerken, und sagte: „Ich werde euch zwei Hübschen jetzt alleine lassen. Kommt doch einfach in einer halben Stunde wieder nach unten. Dann dürfte auch Johann fertig sein, und die anderen Gäste sind dann bestimmt auch schon da.“ Mit diesen Worten verließ Betty die beiden.
Jetzt schloss Tim die Tür, und stellte seine Reisetasche auf den Boden neben das Bett. In aller Seelenruhe holte er seine Waschsachen aus der Tasche, und trug sie ins Bad. Dann holte er seine Schlafsachen und die Kleidung zum Wechseln aus der Tasche, und verstaute alles im Schrank.
Sandra sah ihm dabei zu. Sie selbst kam gar nicht auf die Idee ihre Tasche auszupacken. Doch als Tim jetzt zu ihr sah, kam endlich Leben in Sandra. Schnell kramte sie ihre Sachen aus der Tasche, und verstaute alles.
Tim ging derweilen ins Bad, und putzte sich noch einmal die Zähne.
Sandra ging im Schlafzimmer auf und ab. Bewundernd sah sie sich um. Der Boden war aus blank gewienerten Holzdielen, und die Wände mit hellblauen Tapeten ausgekleidet. Das Zimmer wurde von einem riesengroßen Himmelbett beherrscht. An der gegenüberliegenden Wand stand ein großer Schrank, und unter dem Fenster stand ein Tisch mit zwei Stühlen. Daneben führten zwei große Flügeltüren auf einen Balkon.
Sandra trat hinaus, und sah sich um. Von hier aus konnte sie den ganzen Garten, der eher einem Park glich, überblicken. War das schön hier. Wie schön musste das erst sein, wenn man hier immer wohnen durfte.
Unwillkürlich begann Sandra zu träumen. Doch das war nicht von langer Dauer, denn Tim kam jetzt hinter ihr auf den Balkon getreten. Als wäre es das normalste der Welt, legte er beide Arme von hinten um sie.
Sandra wunderte sich. Sollte da doch mehr sein, als sie sich gedacht hatte. Plötzlich drehte Tim Sandras Gesicht zu sich herum, und dann küsste er sie. Erst ganz leicht, richtig zurückhalten. Dann immer leidenschaftlicher. Impulsiv schlang Sandra beide Arme um seinen Nacken. Ebenso leidenschaftlich erwiderte sie den Kuss. Die ganze Welt schien in diesem Augenblick um sie zu versinken.
Da hörte Sandra plötzlich ein leises Tuscheln. Sie löste sich von Tim, und sah Betty und Johann auf einem Balkon, schräg über ihnen, stehen. Sandra sah Tim an, und auch er blickte ihr fast schon entschuldigend in die Augen. Also hatte er die beiden schon vor ihr gesehen, und sie nur deswegen geküsst.
Verletzt drehte Sandra sich um, und ging ins Zimmer zurück. Mit eiligen Schritten hatte sie das Badezimmer erreicht. Sie schloss die Tür hinter sich, und drehte den Schlüssel im Schloss um. Mit ihren Tränen kämpfend setzte sie sich auf den Badewannenrand.
„Jetzt bloß nicht zum Heulen anfangen“, ermahnte sie sich selbst. Nach einiger Zeit hatte sich ihr heftig klopfendes Herz wieder beruhigt. Sie stand auf, trat an den Spiegel, und betrachtete sich. Sie sah ein wenig blass aus. Schnell holte sie ihr Make-up hervor, und legte noch ein wenig Puder auf. Tim musste ja nicht sofort sehen, dass es ihr nicht gut ging. Dann zog sie noch den leicht verschmierten Lippenstift nach, und verließ das Badezimmer wieder.
Tim saß auf dem Bett, und sah auf, als Sandra wieder herauskam. „Ist alles in Ordnung?“, fragte er sofort schuldbewusst.
Sandra nickte, und ging wieder auf den Balkon hinaus. Vorsichtshalber sah sie sich gleich nach Betty und Johann um. Doch die beiden waren nicht zu sehen.
Tim war ihr mit betroffenen Gesichtsausdruck gefolgt. Er legte wieder seine Arme um Sandra, und fragte: „Bin ich zu weit gegangen? Es tut mir wirklich leid.“
Sandra antwortete nicht, sondern befreite sich unwirsch aus seinem Griff. „Johann und Betty sind nicht mehr da. Du brauchst also jetzt nicht zu spielen.“ Ihre Stimme klang abweisend, und sie drehte sich auch nicht zu ihm um. Denn sonst hätte er an ihrem Gesichtsausdruck wohl gesehen, dass sie sich gerne von ihm umarmen ließ.
„Es tut mir leid“, murmelte Tim noch einmal leise, dann klopfte es an der Tür.
„Tim, Sandra! Die anderen Gäste sind gerade eingetroffen. Wollte ihr euch auch zu uns gesellen?“ Das war Johann.
Sandra antwortete: „Wir kommen gleich.“ Dann griff sie nach ihrem leichten Jäckchen, und verließ das Zimmer.
Tim stand immer noch auf dem Balkon, und starrte ihr hinterher. Was war bloß plötzlich in Sandra gefahren? Er konnte sich ihr merkwürdiges Verhalten nicht erklären. Es hatte doch den Anschein gemacht, als hätte sie ihn gerne geküsst.

„Ah Sandra, da bist du ja“, kam ihr Betty im Garten gleich entgegen. „Wo ist denn Tim?“
Sandra setzte ihr strahlendstes Lächeln auf. „Tim kommt gleich. Er hat etwas auf dem Zimmer vergessen.“
„Auch gut“, meinte Betty, und sah sie prüfend an. Wenn sie gesehen hatte, dass es Sandra nicht gut ging, dann konnte sie es auf alle Fälle gut verbergen. Sie nahm Sandra nur bei der Hand, und führte sie zu den anderen.
„Das hier ist Sandra, Tims reizende Verlobte. Tim kennt ihr ja schon, das ist unser Anwalt. Er kommt auch gleich. Und das hier sind Jan und Lilli, Tom und Maggie, Chris mit seiner Verlobten Marie, und das sind Jonas und Susi. Tom und Lisa kommen noch. Die haben gerade angerufen. Sie wurden aufgehalten.“
So stellte Betty Sandra den anderen vor. Sandra versuchte sich die ganzen Namen so gut es ging zu merken. Sie hätte jetzt lieber Tim an ihrer Seite, aber er ließ sich nicht blicken.
Betty folgte Sandras Blick zur Treppe, und zog sie dann von den anderen weg. „Was ist los Sandra? Du siehst heute nicht gut aus. Warum kommt Tim nicht herunter? Hattet ihr beiden doch Streit?“
Sandra sah Betty entschuldigend an. „Naja, nicht direkt. Ich sehe mal nach ihm.“ Sandra machte sich schleunigst aus dem Staub, und rannte die Treppe in den ersten Stock hinauf. Kurze Zeit später hatte sie ganz außer Puste ihr Zimmer erreicht. Sie klopfte kurz, und trat dann ein.
Tim saß gedankenverloren auf dem Bett, und spielte mit etwas, das er in seinen Händen hielt. Erschrocken schaute er auf, als Sandra hereinplatzte.
„Tim, was ist los? Alle warten auf dich. Betty schöpft schon wieder Verdacht, dass etwas nicht stimmt.“
Schnell ließ Tim den Gegenstand in seiner Reisetasche verschwinden. „Tut mir leid, ich komme gleich.“
Sandra sah Tim prüfend an, der ihrem Blick aber auswich. „Was ist los Tim?“, fragte sie jetzt.
„Nichts“, antwortete Tim leise, griff nach seinem Sakko, und ging an ihr vorbei aus dem Zimmer.
Sandra folgte ihm, und hielt ihn am Arm fest. „Natürlich ist etwas mit dir? Sag mir doch, was es ist.“
Tim blieb stehen, und drehte sich zu Sandra um. Er hatte Betty am Ende des Flures stehen gesehen. Schnell schob er Sandra wieder ins Zimmer zurück. „Okay, ich habe bemerkt, dass ich zu weit gegangen bin. Doch wenn wir hier ein Pärchen spielen müssen, dann kommen wir ums Küssen nicht herum. Ich will dich zu nichts zwingen, das du nicht willst. Also sollten wir den beiden endlich reinen Wein einschenken. Das ist wohl das Beste für uns alle.“ Tim hatte Sandra dabei nicht angesehen.
Diesmal war es Sandra, die sein Gesicht in ihre Richtung drehte. „Dann muss ich mich wohl bei dir entschuldigen. Ich wollte es dir nicht noch schwerer machen, als es dir ohnehin fällt. Wir haben uns nun einmal zu diesem Schritt entschlossen, dann sollten wir auch dazu stehen. Wir bekommen den Abend schon irgendwie herum. Lass uns jetzt zu den anderen hinuntergehen.“ Sandra drehte sich um, griff nach seiner Hand, und zog ihn hinter sich her.
Als sie die Treppe hinuntergingen, flüsterte sie noch: „Und jetzt schau nicht so ernst. Wir wollten heute Spaß haben oder?“
Tim nickte, und musste lächeln. Er legte einen Arm um Sandras Taille und führte sie hinunter zu den anderen.
Betty sah den beiden entgegen, und lächelte. Anscheinend war wieder alles in Ordnung.

Draußen spielte schon die engagierte Band. Überall hingen Lampions, und im Pool schwammen viele kleine Kerzen. Obwohl es noch hell war, sah die Dekoration sehr schön aus. Überall im Rasen steckten Fackeln, die aber noch nicht brannten. Zwei Paare tanzten schon zur langsamen Musik, und die anderen machten sich gerade hungrig über das Buffet her.
Tim und Sandra gesellten sich zu ihnen, und holten sich etwas zum Trinken.
„Willst du tanzen?“, fragte Tim und Sandra stimmte zu.
„Gerne.“
Tim nahm Sandra sanft an der Hand und führte sie zu den tanzenden Paaren. Liebevoll legte er einen Arm um ihre Taille und zog Sandra dicht an sich heran. Die beiden ließen sich von der Musik treiben.
Sandra hing dabei allerdings ihren Gedanken nach. Es waren wehmütige Gedanken. Dabei bemerkte sie nicht, dass Tim sie die ganze Zeit betrachtete.

Ein Glas klirrte, und Sandra schreckte aus ihren Gedanken hoch. Verwirrt sah sie sich um, doch ihr Blick blieb an Tim hängen, der sie immer noch liebevoll betrachtete.
Wieder klirrte ein Glas, und jemand neben den beiden räusperte sich. Endlich konnten Tim und Sandra sich voneinander losreißen.
Johann stand am Buffet, und klimperte mit einer Gabel gegen sein Sektglas. Dabei zwinkerte er Tim und Sandra zu.
Erst jetzt wurde den beiden bewusst, dass aller Augen auf sie gerichtet waren. Alle warteten darauf, dass auch sie ihre Aufmerksamkeit auf Johann richteten.
Sandras Wangen wurden feuerrot und sie sah Tim erschrocken an. Dieser hatte die Situation allerdings um einiges besser im Griff als sie. Schnell holte er zwei Sektgläser und reichte eins davon an Sandra weiter. Kurz lächelte er sie aufmunternd an, dann schenkte er Johann seine ganze Aufmerksamkeit. Sandra tat es ihm gleich.

Johann legte die Gabel zu Seite und schaute alle seine Gäste nacheinander kurz an. Dann begann er mit seiner Rede.
„Meine Lieben Freunde, Betty und ich, wir freuen uns so sehr, dass ihr es alle einrichten konntet, heute hier zu sein. Da ihr unsere engsten und liebsten Freunde seid, ist es uns natürlich sehr wichtig, dass ihr unseren vierzigsten Hochzeitstag mit uns feiert …“
Sandra blendete alles weitere was Johann sagte einfach aus. Mit offenem Mund starrte sie Tim an. In ihren Augen war die Frage zu lesen, ob Tim das etwa gewusst hatte. Doch dieser starrte ebenso ungläubig zurück. Auch er hatte davon nichts gewusst. Diese Feier hatte also eindeutig einen romantischen Hintergrund.
Sandra sah sich unter den anderen Gästen um. Niemand schien überrascht. Natürlich, als engste Freunde von Johann und Betty, wussten sie sicher alle von diesem vierzigsten Hochzeitstag. Außerdem wurde der jungen Frau erst jetzt bewusst, dass nur Paare anwesend waren.
Sandra versuchte sich zurück zu erinnern an die letzte Party hier. Hatten Johann und Betty nicht angedeutet, dass sie bald ihren Hochzeitstag feiern wollten? Sandra konnte sich nicht mehr genau an das Gespräch erinnern.
Bei der Einladung zu dieser Party war davon auf jeden Fall nicht die Rede.
Sandra blickte wieder zum Buffet. Dort hielt Johann immer noch seine romantische Rede über Betty und seine Liebe zu ihr. Betty stand mit leicht geröteten Wangen daneben und sah ihn liebevoll von der Seite an.
Irgendwann fiel ihr Blick auf Sandra, die immer noch mit offenem Mund dastand und das Paar am Buffet anstarrte.
Betty lächelte sie schelmisch an und zwinkerte ihr zu.
Sandra runzelte die Stirn. Wieder erinnerte sie sich zurück. Dieses Mal sah sie das Gespräch vor ihrem geistigen Auge, das sie und Betty auf der Toilette dieses schrecklich teuren Schickimicki-Restaurants geführt hatten. Betty war sichtlich besorgt um Tims und ihre Beziehung gewesen. Kurz darauf war die Einladung zu dieser Party gekommen. Sandra witterte ein Komplott, von Betty ausgeheckt und von Johann unterstützt.
Sandra blickte kurz zu Tim, dem scheinbar in genau diesem Moment die gleiche Idee gekommen war. Zumindest folgerte Sandra das daraus, dass er theatralisch die Augen verdrehte. Dann lachte er auf. Es ließ sich ja nun ohnehin nicht mehr ändern. Beide konzentrierten sich wieder auf die Rede.

„In diesen vierzig Jahren stand Betty mir zur Seite, ganz egal wie die Geschäfte aussahen, wie gut oder wie schlecht es uns ging. Ich kann also mit gutem Wissen und Gewissen sagen, dass ich die beste und liebevollste, hilfsbereiteste und verständnisvollste, und nicht zu vergessen, die allerschönste Ehefrau dieser Welt habe.“ Johann wand sich seiner Betty zu. „Betty, ich liebe dich über alle Maßen und über alle Grenzen hinaus so sehr. Nie und nimmer will ich auch nur einen Tag ohne dich sein. Neben dir einzuschlafen und auch wieder aufzuwachen ist essenziell für mein Glück. Deswegen wünsche ich mir dies auch für die nächsten vierzig Jahre.“
Johann erhob sein Glas, und prostete seiner verlegenen Frau zu. Dann hob er das Glas in die Runde. „Auf die nächsten wundervollen vierzig Jahre mit unseren unglaublichen Frauen.“
Alle Gäste hoben das Glas mit dem Gastgeber-Paar und stießen auch untereinander an.

Marie und Chris gesellten sich zu Sandra und Tim. „Hey, wir sind wohl die einzigen hier, die noch nicht verheiratet sind.“ Chris lachte die beiden herzlich an, und Marie kicherte.
Sandra lächelte die beiden schief an. „Ja, da habt ihr wohl recht. Chris und Maggie, oder?“ Sandra hoffte inständig, dass sie richtiglag, aber Marie schüttelte lachend den Kopf.
„Nein Liebes, ich bin Marie. Maggie steht dort hinten.“ Marie deutete auf eine gutaussehende ältere Dame, die gerade herzlich mit Betty und Johann lachte. „Maggie ist wundervoll. Sie ist eine sehr sehr liebe und geschätzte Freundin von uns. Wenn ihr wollt, mache ich euch nachher noch einmal richtig miteinander bekannt. Wer Maggie nicht kennt, hat wirklich etwas verpasst. Sie ist ein Unikat.“ Marie kicherte wieder.
„Oh, bitte verzeih, ich kann mir Namen so schlecht merken.“ Sandra wirkte sehr zerknirscht, besonders, weil sie geflunkert hatte. Eigentlich konnte sie sich Namen sogar sehr gut merken, aber sie hatte vorhin nicht aufgepasst, weil sie an Tim gedacht hatte. Natürlich wurde sie prompt rot, was aber niemanden aufzufallen schien.

Zu den beiden Pärchen gesellten sich nun auch die anderen, und es wurde wild durcheinandergeredet.
Lilli und Jan, ein Pärchen mittleren Alters, stellten sich direkt neben Sandra und Tim. „Ich glaube wir kennen uns noch nicht“, begann Jan das Gespräch mit Sandra und Tim. „Mein Name ist Jan Brunner, und das ist meine bezaubernde Frau Lilli. Schön sie endlich kennen zu lernen Tim. Johann schwärmt ja so von ihnen und ihrer zauberhaften Verlobten. Ich hoffe sie haben Zeit für mich, wenn ich einmal einen Anwalt brauche.“ Jan lachte freundlich auf, und legte liebevoll einen Arm um seine Lilli.
Tim nickte erfreut. „Aber selbstverständlich habe ich jederzeit Zeit für sie Jan.“ Tim zog sofort eine seiner Visitenkarten aus seiner Sakko-Tasche und reichte sie Jan. Dieser nahm sie höflich entgegen, besah sie sich, und steckte sie ein.
Sie unterhielten sich noch eine Weile.

Später am Abend gesellte Chris sich wieder zu den beiden. „Ihr passt wirklich gut zusammen. Nicht nur äußerlich, sondern auch von der Art her.“ Chris lächelte die beiden an, und ging dann Tanzen.
Tim sah Sandra an, die wieder einmal verlegen in eine andere Richtung sah. „Wenn der wüsste“, murmelte Tim leise, und Sandra nickte zustimmend.
„Ja, langsam aber sicher habe ich keine Lust mehr zu Lügen. Alle sagen, wie gut wir zusammenpassen und so weiter. Aber eigentlich ist alles eine riesengroße Illusion.“
In diesem Augenblick gesellte sich Betty zu dein beiden. „Was ist eine Illusion?“
Tim verschluckte sich fast an seinem Sekt, und Sandra begann zu stammeln.
„Ich … also, wovon haben wir gerade geredet Tim?“
„Äh …“ Mehr konnte auch Tim nicht dazu sagen.
Betty sah die beiden prüfend an. „Also manchmal denke ich mir, dass ihr beiden doch ziemlich seltsam seid. Was ist los mit euch? Habt ihr immer noch Streit? Ist eure Beziehung eine Illusion?“ Betty sah Sandra mitfühlend an. „Wollt ihr darüber reden?“
Jetzt kam Tim die rettende Idee. „Ja Betty, wir müssen einfach einmal darüber reden. Seit einiger Zeit funktioniert es schon nicht mehr. Wir haben es uns nicht anmerken lassen. Aber es ist der Wurm drin. Wir versuchen es immer wieder, aber ich glaube Sandra hat Recht. Wir haben uns einer Illusion hingegeben. Unsere Beziehung ist nicht mehr zu retten.“
Sandra sah Tim mit großen Augen an. Natürlich, das war die Idee. Eine Trennung. Warum war ihr der Gedanke nicht gekommen? Klar, weil sie diese Trennung eigentlich gar nicht wollte. „Aber Schatz“, sagte Sandra deswegen. „Denkst du wirklich, dass wir keine Zukunft mehr haben? Ich liebe dich doch.“
Tim, der gerade zum nächsten Glas Sekt greifen wollte, drehte sich wieder verblüfft um. Sandra hatte diese Worte voller Inbrunst gesagt.
Betty, die Sandra gerade in den Arm nehmen wollte, sah den Blick nicht, den Tim Sandra zuwarf. Er schien ihr sagen zu wollen, dass er nicht mehr weiterwusste. Tims Augen waren ein großes Fragezeichen.
Sandra zuckte nur unmerklich mit den Schultern. Tim drehte sich einfach um, und ging ins Haus.
„Sandra Schätzchen“, murmelte Betty mitfühlend. „Das alles tut mir schrecklich leid. Ich hätte gleich spüren müssen, dass eure Probleme tiefgründiger sind. Ihr seid ein so bezauberndes Paar. An deiner Stimme konnte ich hören, dass du es wirklich ernst meinst. Wie kann Tim nur ein so liebes Mädchen wie dich gehen lassen? Hat er denn nie gekämpft?“
Nun tat es Sandra Leid, dass Betty anscheinend eine schlechte Meinung von Tim hatte.
„Doch, natürlich. Ich glaube, ich habe es ihm nicht immer leichtgemacht. Dass es nicht funktioniert hat war genauso meine Schuld wie seine. Aber vermutlich hat es doch nicht sein sollen.“ Sandra senkte jetzt ehrlich betroffen den Blick. Fast wäre sie sogar in Tränen ausgebrochen. Sie hatte Tim so gern, dass es ihr wie eine richtige Trennung vorkam.
„Ach du armes Ding. Ich kann mir das gar nicht mit ansehen. Wir sollten schleunigst etwas unternehmen. So darf eure Beziehung nicht enden. Ihr solltet wirklich miteinander reden. Versucht es doch zumindest ein letztes Mal.“ Betty zog Sandra jetzt sanft durch den Garten auf das Haus zu. Noch ehe sie reagieren konnte, zerrte Betty sie schon die Treppe hinauf, und schob sie vor das Gästezimmer, in dem sie Tim vermutete.
„Komm Schätzchen. Gib dir einen Ruck. Für eure Liebe.“
Sandra nickte, und öffnete zaghaft die Tür. Tim lag auf dem Bett, und starrte an die Decke. Betty warf Sandra noch einen aufmunternden Blick zu, dann zog sie sich diskret zurück. Sandra schlüpfte leise ins Zimmer. Sie fragte sich, wie sie Tim erklären sollte, warum sie das gesagt hatte.
„Tim?“, murmelte Sandra leise, aber er sah sie nicht an. „Tim!“, kam es jetzt schon etwas lauter von ihr.
Jetzt kam Leben in ihn. Er setzte sich auf, und sah Sandra prüfend an. „Was?“ Seine Stimme klang fast schon ein wenig trotzig.
Sandra seufzte auf, und setzte sich neben ihn auf das Bett. „Es tut mir leid“, sagte sie nur leise, und sah aus dem Fenster. Es war inzwischen schon dunkel draußen, und der Garten war beleuchtet. Alles in allem sah es ziemlich romantisch draußen aus. Wieder einmal wurde Sandra bewusst, wie sehr sie sich nach einer Umarmung von Tim sehnte. Nach einer ehrlich gemeinten, und nicht nach einem Schauspiel.
„Was tut dir leid?“, fragte Tim. Seine Stimme klang eisig.
„Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Es tut mir leid, dass ich es dir wieder so schwermache. Du hattest die beste Idee, wie wir aus diesem Dilemma herauskommen, und ich habe diese Idee kaputt gemacht. Das tut mir leid.“
Tim nickte nachdenklich. „Ich werde den Verdacht nicht los, dass du ehrlich gemeint hast, was du gesagt hast.“ Wieder sah er Sandra herausfordernd an.
„Was meinst du?“ Sandra war sich nicht mehr sicher, ob es so eine gute Idee war aufs Zimmer zu kommen.
„Du weißt genau was ich meine“, herrschte Tim sie an, beruhigte sich aber gleich wieder. „Ich meine, als du sagtest, dass du mich liebst, und nicht willst, dass wir uns trennen.“
Sandra stand auf, und trat an die Balkontür. Sie konnte die anderen Paare zu romantischer Musik tanzen sehen. Betty und Johann küssten sich gerade am Pool. Der ganze Garten war mit tausend kleinen Lichtern ausgeleuchtet.
Tim hatte Recht. Sie hatte es ehrlich gemeint, und sie wäre jetzt auch viel lieber mit ihm da unten, als hier zu diskutieren. Aber noch hatte Sandra nicht den Mut aufgebracht es Tim zu sagen.
Plötzlich hörte Sandra ein Geräusch hinter sich. Tim war aufgestanden, und suchte etwas in seiner Reisetasche. Dann steckte er schnell dieses Etwas in seine Jackentasche. Er sah sie immer noch herausfordernd an, aber Sandra brachte keinen Ton über die Lippen.
Tim schüttelte den Kopf, und verließ das Zimmer. Sandra konnte ihm nur hilflos hinterher schauen.

„Sandra, Herzchen. Was ist denn los?“ Sandra war suchend in den Garten getreten, und Betty kam ihr auch schon entgegen.
„Ich suche nach Tim. Ist er nicht in den Garten gekommen?“
Betty schüttelte den Kopf. „Nein, um Himmels Willen. Was ist denn passiert?“
Sandra senkte den Kopf. „Tim hat mich gefragt, ob ich es ehrlich meinte, als ich sagte, dass ich ihn lieben würde.“
„Und?“, fragte Betty sofort gespannt dazwischen.
„Natürlich liebe ich ihn. Das war aber auch schon das einzige, was nicht gelogen war.“ Den letzten Satz hatte Sandra mehr zu sich selbst gesagt.
„Wie gelogen?“, fragte Betty jetzt.
„Das ist eine lange Geschichte Betty. Ich erzähle sie dir nachher. Jetzt muss ich erst einmal Tim finden.“ Sandra drehte sich um, und suchte den Garten ab. Zurück blieb eine ziemlich verwirrte Betty.
Sandra war um das Haus herumgelaufen. Dort standen die ganzen Autos. Sie suchte nach Tims Wagen, konnte ihn aber nicht entdecken. „Oh nein“, rief Sandra erschrocken aus. Er wird doch nicht einfach weggefahren sein?“
Doch da sah sie schon die Scheinwerfer eines Autos näherkommen. Es war Tim. Er parkte den Wagen, und stieg aus. Erst jetzt entdeckte er Sandra. Diese kam auch sofort auf ihn zugelaufen.
„Gott sei Dank bist du wieder da. Ich dachte schon, du bist einfach abgehauen. Was ist los?“
Tim gab keine Antwort, und zog sie nur grob hinter sich her. In einer ruhigen Ecke ließ er Sandra los. „Du willst wissen was los ist? Jetzt will ich erst einmal wissen was los ist.“ Tim sah Sandra wieder herausfordernd an.
Doch auch diesmal blieb Sandra eine Antwort erspart, weil Johann gerade um die Ecke kam. Als er die beiden erblickte, rief er auch gleich über seine Schulter zurück. „Hier sind sie Betty.“ Dann kam er auf die beiden zu. „Wo seid ihr nur gewesen? Ich habe den Wagen fahren gesehen, und dachte, dass ihr euch aus dem Staub gemacht habt. Ihr solltet eure Differenzen wirklich endlich klären, oder euch auf der Stelle trennen.“ Johann sah die beiden herausfordernd an.
Tim öffnete den Mund, und sagte: „Ich will, dass wir uns trennen. Wir können einfach nicht mehr miteinander reden.“
Aber jetzt begehrte Sandra wieder auf. „Ich will das Ganze aber noch einmal besprochen haben. Tim bitte. Es ist noch lange nicht alles zwischen uns geklärt.“ Sandra hatte sich endlich ein Herz gefasst. Sie würde Tim ihre Liebe gestehen, auch wenn sie ihren Job damit verlor. So wollte sie auf alle Fälle nicht mehr weitermachen.
Tim sah sie überrascht an. „Was gibt es noch zu sagen?“
Sandra druckste ein wenig herum. Wie sollte sie es sagen? Auch standen jetzt Johann und Betty neben ihnen, was die Sache nicht einfacher macht. „Ich liebe dich Tim“, rutschte es ihr dann endlich heraus. Im gleichen Augenblick hätte sie sich am liebsten auf die Zunge gebissen.
„Das hast du heute schon einmal gesagt“, war alles, was Tim dazu sagte.
Sandras Mut schwand schon wieder dahin, als sie nur leise sagte: „Nein Tim, ich liebe dich wirklich.“ Dann drehte sie sich um, und ging zu den anderen in den Garten.
Zurück blieb ein ziemlich perplexer Tim, ein nachdenklicher Johann und eine lächelnde Betty.

Endlich kam Leben in Tim. Er rannte sofort los, und holte Sandra auf der Terrasse ein. In seinem Schwung riss er Sandra zu sich herum, die stolperte, und hinzufallen drohte. Tim konnte sie gerade noch auffangen. „Was hast du gesagt? Ich meine, das ist doch nicht ein Spiel oder? Du meinst es ernst nicht wahr?“
Sandra sah ihn ehrlich an. „Ja, ich meine es ernst. Deswegen will ich auch nicht mehr lügen. Sagen wir die Wahrheit, und bringen wir diese unangenehme Geschichte hinter uns.“
Tim schüttelte energisch den Kopf. „Nein Sandra. Das brauchen wir nicht. Weißt du, ich liebe dich nämlich auch. Das wollte ich dir schon die ganze Zeit sagen, aber ich habe den Mut dazu nicht aufgebracht.“
Betty und Johann standen jetzt wieder neben den beiden, und hörten aufmerksam zu. Auch die anderen Gäste hatten sich jetzt neugierig um Sandra und Tim versammelt.
Sandra sah fragend zu Tim, und dann zu Betty und Johann. „Hör auf damit Tim. Es ist vorbei. Ich habe keine Lust mehr auf dieses Theater.“
„Nein Sandra, ich meine es ernst. Mir war in meinem ganzen Leben noch nie etwas so ernst wie das hier.“ Schnell griff er in die Jackentasche, und hielt ein kleines samtbezogenes Schächtelchen in der Hand. „Schau hier, der ist für dich.“ Er holte einen kleinen silbernen Ring daraus hervor, und wedelte damit vor Sandras Nase herum. „Ich trage ihn schon seit einiger Zeit mit mir herum, und hatte nie den Mut ihn dir einfach zu geben. Dir einfach zu sagen, was ich fühle.“
Sandra griff überrascht nach dem Ring. Er hatte innen eine Gravur. Ihre beiden Namen standen darin, und ein Herz war auch eingraviert. Sandra sah Tim total überrascht an. Dann sah sie zu Betty, die sich gerade verstohlen eine Träne aus den Augenwinkeln wischte.
„Tim … ich …“ Sandra wusste einfach nicht, was sie sagen sollte.
„Sandra, es tut mir leid, dass ich dich in diese Sache hineingezogen habe. Ich glaube ich habe mich die ganze Zeit so blöd verhalten, weil ich eigentlich in dich verliebt war, es mir aber selbst nicht eingestehen wollte. Dann haben wir uns plötzlich richtig angefreundet, und mehr Zeit miteinander verbracht. Da ist es mir erst richtig klargeworden. Weißt du, ich tanze so gerne mit dir. Und ich küsse dich auch so wahnsinnig gerne. Am liebsten hätte ich dich die ganze Zeit im Arm gehalten. Aber es war ja nur eine abgemachte Sache. Und ich wusste auch nicht, was du davon hältst. Ich habe mich einfach nicht getraut. Jetzt weiß ich auch, dass das ein Fehler war. Es tut mir so schrecklich leid. Bitte Sandra, verzeih mir noch einmal, und ich werde dir zeigen, wie sehr ich dich liebe.“
Sandra starrte ihn immer noch mit offenem Mund an, und war nicht fähig eine Antwort zu geben. Träumte sie gerade, oder was war passiert?
Tim sah sie erwartungsvoll an, und Sandra wusste, dass er eine Antwort von ihr erwartete. Aber sie konnte ihn dennoch nur anstarren. Am liebsten hätte sie so laut wie möglich „ja“ gerufen, aber sie war immer noch wie versteinert.
Doch plötzlich bekam sie von hinten einen leichten Stoß von Betty. Sandra stolperte nach vorne, direkt in Tims Arme. Dieser fing sie sofort auf, zog sie dicht an sich heran, und sah ihr tief in die Augen. „Ich liebe dich Sandra“, flüsterte er noch einmal leise, und sah sie wieder erwartungsvoll an. Und diesmal konnte auch Sandra endlich reagieren. Leidenschaftlich schlang sie ihre Arme um seinen Nacken, und küsste ihn. Die beiden konnten sich gar nicht mehr voneinander trennen. Darüber machten sich die anderen auch lustig, die eigentlich gar nicht wussten, was los war.

„Sind die miteinander verschmolzen?“, witzelte Chris, und endlich konnten die beiden sich voneinander trennen. Verlegen sah Sandra auf.
„Ich glaube, wir müssen euch etwas erklären.“ Dann erzählten Tim und Sandra abwechselnd ihre Geschichte. Alle hörten gespannt zu. Einige lachten laut, als Sandra endlich endete. Aber Sandra sah sich nur suchend nach Betty und Johann um. Sie wollte wissen, wie sauer ihre Gastgeber waren. Aber diese standen ein wenig abseits, und küssten sich gerade selbst leidenschaftlich. Betty löste sich kurz von ihrem Mann, um Sandra zu zuzwinkern. Da wusste Sandra, dass die beiden ihnen nicht böse waren. Sofort schlang sie ihre Arme um Tim, und küsste ihn wieder, und wieder, und wieder.

„Ich muss Anna anrufen, um ihr das zu erzählen. Tim, kannst du dir vorstellen, dass sie mir genau das vorausgesagt hat?“
Tim lächelte sie an. Er saß auf dem Bett, und sah Sandra zu, wie sie sich das Telefon schnappte, und aufgeregt Annas Nummer wählte. „Tja, sie scheint eine bessere Auffassungsgabe zu haben als wir.“
„Geh schon ran“, schimpfte Sandra mit ihrer Freundin, und wartete weiter. Aber bei Anna hob keiner ab. Sie probierte es auf ihrem Handy, und kurze Zeit später hatte sie Anna in der Leitung. Die Verbindung war sehr schlecht. „Hallo Anna. Mann ist das eine schlechte Verbindung. Wo bist du denn?“ Sandra konnte Anna am anderen Ende lachen hören.
Dann mischte sich eine männliche Stimme ein. „Wer ist denn dran?“
„Das ist Sandra, warte mal Lars. Ich kann sie nicht verstehen. Hallo Sandra, was ist los?“
„Bei mir eine Menge, aber sag doch, wo bist du?“
„Ich bin in Paris.“
Sandra bekam große Augen. „Was machst du denn in Paris?“
Auch Tim kam jetzt neugierig näher.
„Lars hat mich hierher zum Frühstücken eingeladen. Ich stehe gerade an der offenen Ladeluke eines Flugzeugs. Wenn ich jetzt nicht springe, dann bekomme ich mein Frühstück nicht, und ich habe doch schon so Hunger.“
„Waaas?“, war alles, was Sandra herausbrachte.
„Wir springen jetzt dann gleich mit dem Fallschirm ab.“
„Aber das ist doch gefährlich. Du hast sowas noch nie gemacht.“ Sandra war ganz außer sich vor Sorge.
„Keine Angst Sandra. Ich bin an Lars gekettet. Wir machen einen Tandemsprung, und Lars macht das nicht zum ersten Mal. Ich melde mich dann nachher wieder bei dir. Jetzt muss ich los. Tschüss.“ Mit diesen Worten hatte Anna aufgelegt.
Sandra starrte Tim fassungslos an, dann begann sie zu schimpfen. „Hat denn diese Göre nichts als Blödsinn im Kopf? Wenn ihr was passiert …!“ Sandra starrte auf das Telefon, und wartete auf Annas Rückruf. Sie hatte gesagt, dass sie sich nachher wieder melden würde. Die Minuten verstrichen. Auch Tim konnte seine Sandra nicht von ihren Sorgen ablenken. Da klingelte plötzlich wieder das Telefon. Sandra hob ab, und hatte sich noch nicht einmal gemeldet, da sprudelte schon Annas Stimme durchs Telefon.
„Man, das war super. Das musst du auch einmal machen.“ Dann kicherte Anna plötzlich los. „Lars, nicht. Ich muss erst noch mit Sandra telefonieren. Sie ist bestimmt gerade tausend Tode gestorben, aus lauter Sorge um mich. Also, mir geht es gut. Wir bleiben noch den Tag in Paris. Und was gibt es bei dir neues? Warum hast du angerufen? Ach, sag nichts. Du und Tim, ihr seid jetzt endlich zusammen. War aber auch eine schwere Geburt.“
Sandra lachte plötzlich los. „Du solltest wirklich Hellseherin werden Anna. Ich störe jetzt nicht länger. Schönen Tag noch in Paris.“ Sandra legte auf, und schaute in die aufgehende Sonne hinaus. Tim legte einen Arm um sie herum, und zog sie dicht an sich heran. Dann küssten beide sich leidenschaftlich, und sanken in die Kissen zurück.

Ende

Alles Liebe
Deine Lisbeth
aus Deiner Lieblings-Lese-Ecke

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© 2019 – Lisbeth A. Kießling – www.lieblingsleseecke.com

2 thoughts on “Erstens kommt es anders … – Kapitel 16

  1. Neeeeeeeiiiiiinnnnn nicht zu Ende sein…ich bin eigentlich ja gar kein Romantik Fan,aber da diese Geschichte so geschrieben wurde,als wäre man immer als Beobachter dabei,hat sie mich in den Bann gezogen…und das ist das Problem an Kurzgeschichten , plötzlich geht’s schnell und schon ist das letzte Kapitel rum…seufz..

    1. Ach meine Liebe 😘 Vielen Dank für dein Feedback. Ich freu mich so, dass es dir gefallen hat 😘
      Mal sehen, was es noch so gibt in Zukunft. Ich denk wirklich darüber nach, die Geschichte von der Seite zu nehmen und einzureichen, oder per Selfpublishing rauszubringen.

      Wenn das überarbeiten nicht wäre 🙄😅

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