Fantasie-Reise | Kurzgeschichten

Jahrestag und andere Schwierigkeiten

4. Juli 2019
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Stichworte:
Bett, Kommode, Strick, Drama und Musik
Danke liebe Wiebke, für Deine Stichworte

Caro ist bereits total aufgeregt. Zum 3. Jahrestag mit ihrem Freund Daniel, hatte sie sich etwas ganz besonders Ausgefallenes einfallen lassen. Er wollte schon immer einmal Fesselspielchen im Bett ausprobieren. Sie hatte sich immer ein wenig geziert. Das war ihr einfach nicht geheuer. Aber vor ein paar Tagen hatte sie sich einen Ruck gegeben, und hatte verführerische Unterwäsche, einen Strick, besondere Kerzen und noch das eine oder andere Zubehör besorgt. Nun wartete sie auf Daniel. Der würde sicher große Augen machen.
Kurze Zeit später vernahm Caro das Geräusch des Schlüssels in der Wohnungstür. Sofort lässt sie die Zeitschrift auf den Wohnzimmertisch fallen, in der sie während des Wartens geblättert hatte. In ihrer sexy Unterwäsche warf sie sich auf dem Sofa in Pose und wartete auf Daniel.
„Caro? Bist du da?“ Daniel legte, wie immer, seinen Schlüssel in die Schale auf der Kommode im Flur.
„Ich bin im Wohnzimmer Schatz“, antwortete Caro, und schob ihre Oberweite noch ein Stück weiter heraus. Daniels Schritte kamen näher. Als erstes erschien ein großer Strauß aus bunten Blumen in der Tür. Dahinter lugte Daniel hervor, der natürlich sofort große Augen machte.
„Caro“, hauchte er, warf die schönen Blumen regelrecht auf den Wohnzimmertisch und kniete sich vor das Sofa. Leidenschaftlich küsste er seine Freundin.
„Du siehst heiß aus“, murmelte er zwischen zwei Küssen. Dann hob er sie hoch und brachte sie ins Schlafzimmer.
Wie angewurzelt blieb er mir Caro auf dem Arm in der Tür stehen. Im Schlafzimmer brannten mehrere Kerzen. Die Bettdecke war vom Bett gezogen, ein Strick schlängelte sich durch das Kopfteil des Bettes und eine kleine Reitgerte lag bereit.
Bevor Caro reagieren konnte, hatte Daniel sie auch schon auf das Bett geworfen. Mühevoll herumstolpernd versuchte er, sich seiner Jeans zu entledigen. Zweimal wäre er fast umgekippt, aber schließlich schaffte er es doch. Dann hielt Daniel inne.
„Bin nochmal schnell im Bad. Lauf ja nicht weg“, murmelte er verführerisch, und dann schloss sich die Tür hinter ihm. Caro hörte, wie er die Dusche aufdrehte. Unschlüssig sah sie sich im Zimmer um. Musik, genau, sie brauchte Musik. Caro legte eine CD ein, und ließ kuschelige Klänge durchs Zimmer streifen.
Irgendetwas klang plötzlich disharmonisch. Es dauerte eine Weile, bis sie merkte, dass Daniels Handy in seiner Hose klingelte. Grinsend holte Caro es hervor. Sie würde es in den Lautlos-Modus schicken, damit es die nächsten Stunden nicht stören konnte.
„Janine? Wer ist Janine?“ Caro starrte auf das Display von Daniels Handy. Die Neugier siegte, und sie hob ab. „Daniels Telefon, hier ist Caro,“ meldete die junge Frau sich.
„Wer sind sie? Und warum haben sie Daniels Handy?“, herrschte sie eine weibliche Stimme an. Caro zog die Augenbrauen hoch.
„Ich bin Daniels Freundin. Die Frage ist doch wohl eher … wer sind sie? Und warum rufen sie hier an?“
Die Stimme am anderen Ende klang spitz als sie antwortete: „Ich bin Daniels Freundin. Er war gerade auf ein Schäferstündchen hier und hat seine Geldbörse vergessen.“ Janines Tonfall klang triumphierend.
„Was?“ Caros Stimme war nur noch ein piepsen.
„Schätzchen, sag meinem Daniel doch, er darf sich seine Geldbörse später gerne bei mir abholen. Vielleicht hat er ja dann Lust auf eine zweite Runde, statt mit mir ins Theater zu gehen. Und mach deswegen kein Drama Schätzchen, da steht er gar nicht drauf.“ Und schon hatte die Andere aufgelegt.
Caro saß, wie vor den Kopf geschlagen, auf der Bettkante und starrte auf das Handy. Jetzt machten die vielen „Überstunden“, die Daniel in den letzten Wochen immer wieder machen musste, auch Sinn. Er war gar nicht in der Arbeit. Er war bei ihr.
Caro hätte das Handy am Liebsten aus dem Fenster geworfen. Sie war so unglaublich verletzt, wütend und enttäuscht. Wie konnte Daniel ihr das nur antun?
Gerade wollte sie aufspringen und weglaufen, als ihr Blick auf die Reitgerte fiel. Nein, so leicht würde sie es ihm sicherlich nicht machen. Eine verrückte Idee nahm in ihrem Kopf Gestalt an.

Mühsam kämpfte Caro ihren Kummer und ihren Schmerz nieder. Dafür war später noch genug Zeit. Jetzt würde sie Daniel erst einmal einen Denkzettel verpassen.
Die Dusche wurde abgestellt. Schnell stopfte Caro Daniels Handy wieder in die Hose zurück und positionierte sich im Bett.
Daniel stürmte regelrecht aus dem Badezimmer heraus, nackt wie Gott ihn schuf. „Dann wollen wir dir einmal etwas Gehorsam beibringen“, murmelte er mit tiefer Stimme und kam auf das Bett zu.
Caro setzte sich auf. „Nein, heute werde ich dir gehorsam beibringen. Du weißt schon, ich muss mich dazu echt aufraffen. Und das würde mir leichter fallen, wenn ich die Kontrolle habe. Wenn ich sehe, dass alles gut ist, dann können wir nächstes Mal die Rollen tauschen. Ist das okay?“
Daniel dachte kurz nach. Recht war ihm das eigentlich nicht. Aber bevor heute gar nichts aufregendes mehr in diesem Schlafzimmer passierte, gab er nach.
Caro stand aus dem Bett auf und machte Daniel Platz. Dieser legte sich in freudiger Erwartung nieder und machte es sich bequem.
Caro achtete peinlich genau darauf, dass Daniels Arme richtig gut festgemacht waren. Er sollte sich auf gar keinen Fall selbst befreien können, wenn sie ihn mit Janine konfrontierte.
Als sie fertig war, griff sie nach der Reitgerte. Neckend strich sie Daniel damit über Brust und Bauch.
„Oh, du warst so unglaublich ungezogen. Ich befürchte, du musst bestraft werden.“ Caros Stimme klang rauchig, während die Reitgerte immer tiefer wanderte. Eine Handbreit unterhalb des Bauchnabels hörte sie auf, und setze an der Oberschenkelinnenseite wieder an.
„Sooooo ungezogen“, hauchte sie gedehnt, und ohne Vorwarnung holte sie mit der Reitgerte ein Stück aus und ließ sie schnalzend auf Daniels Oberschenkel auftreffen.
„Aaaaaaahhhh aua“, fluchte Daniel los, „sag mal, spinnst du? Ich glaube nicht, dass du so feste zuhauen musst. Daniel zappelte auf dem Bett herum und versuchte, sich zu befreien.
„So unglaublich ungezogen Daniel.“ Caro sah ihn, mit einer hochgezogenen Augenbraue an.
„Mach mich los, Caro, sofort.“
„Ooohhh Daniel, habe ich etwas falsch gemacht? Kann ich das nicht so gut wie Janine?“
„Mach mich …“, abrupt bracht Daniel mitten im Satz ab.
„Was?“ Daniels Stimme war quietschig hell.
„Soll ich vielleicht Nachhilfe nehmen, bei Janine?“ Caro hob wieder die Reitgerte, und Daniel schrie auf. Fest kniff er die Augen zusammen, aber der erwartete Hieb blieb aus. Als er die Augen wieder vorsichtig öffnete, stand Caro vor dem Bett. Sie hielt sein Handy in der Hand, und machte gerade ein Foto von ihm.
„Was machst du da?“, rief Daniel panisch. „Leg sofort mein Handy wieder weg. Du hast daran nichts verloren.“
Caro tippte seelenruhig weiter.
„Leg mein Handy weg Caro. Komm schon, wir können doch darüber reden. Bitte leg das Handy weg und mach mich los.“ Daniel verlegte sich aufs betteln. Aber Caro blieb davon unbeeindruckt.
Als sie fertig war, warf sie Daniels Handy auf den Boden neben seine Jeans. Dann ging sie in aller Ruhe ins Badezimmer, packte dort ihren Kram zusammen. Im Wohnzimmer kleidete sie sich wieder an. Aus der Küche holte sie ihren Kaffeebecher und ihre Müslischale, und dann kam sie wieder zurück ins Schlafzimmer. Ihre wenigen Habseligkeiten in seinem Kleiderschrank waren schnell zusammengerafft.
„Ich bin dann mal weg. Melde dich ja nie wieder bei mir Arschloch.“ Mit diesen Worten wand Caro sich ab und verließ den Raum.
„Hey! Warte! Du kannst mich doch nicht einfach so hier liegen lassen Caro. Binde mich los … bitte.“
Caro kam nicht wieder zurück.
„Caro! Komm zurück!“
Keine Reaktion aus der Wohnung. Daniel wusste nicht einmal, ob Caro überhaupt noch hier war.
„Caaarooo! Komm auf der Stelle zurück! Sofort! Mann, du dummes Stück du!“
Caro stand in der offenen Wohnungstüre und lächelte. Dann zog sie die Türe hinter sich ins Schloss.

Im gleichen Moment ging bei ein paar Handys in der Stadt eine WhatsApp-Nachricht ein. Es war Daniels Bild, und ein paar Worte von Caro.
‚Fremdgehen zahlt sich nicht aus. Wer Lust hat diesen Betrüger zu befreien, der findet ihn in seiner Wohnung. Der Schlüssel liegt unter der Fußmatte. Viel Spaß!‘

Alles Liebe
Deine Lisbeth
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  1. 😂😂😂 uuuuiiii wusste gar nicht,dass du so fiese Gedanken haben kannst..da erwartet man als Leser nen aufregendes Schäferstündchen a la 50 Schades Of Grey . .und schwups kommt’s anders als erwartet…toll Lissi, wie du das machst👌👍

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